A U.S. Army tank drives through smoke from another tank, which was disabled during a four-hour running gun battle with insurgents in Mosul, Iraq Saturday Feb. 12, 2005
Themenmodul

Konventionelle Waffen

Welches Land hat wie viele Kampfpanzer, Kampfflugzeuge und U-Boote? Woher kommen die meisten Schweren Waffensysteme in einem Land? Wie viele Kleinwaffen existieren in einem Land? Welche Länder haben die zwei wichtigen Konventionen gegen Antipersonenminen und Streumunition nicht unterschrieben?

Das Modul „Konventionelle Waffen“ bietet in den drei Themenfeldern Schwere Waffen, Klein- und Leichtwaffen sowie Landminen und Streumunition Antworten auf diese und weitere Fragen. Diese drei Waffengattungen zählen zu den Konventionellen Waffen.

Schwere Waffensysteme bilden auch heute noch den Kern moderner Streitkräfte, wobei die heutigen Armeen jedoch auf leichte, schnell verlegbare Truppen setzen, statt auf große Panzerverbände. Klein- und Leichtwaffen ist der Oberbegriff für Schusswaffen mit einem Kaliber bis zu 100mm. So gehören auch Raketenwerfer und Mörser in diese Kategorie. Kleinwaffen sind weltweit verbreitet, sie sind oft sehr langlebig, leicht zu bedienen und einfach zu transportieren. Die Opferzahlen, die diese Waffen gefordert haben, haben dazu geführt, dass der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan sie 2001 wegen ihrer weiten Verbreitung und ihres Zerstörungspotenzials die „wahren Massenvernichtungswaffen unserer Zeit“ genannt hat.

Der Einsatz von Landminen und Streubomben hat langfristige, verheerende humanitäre Folgen. Durch die Explosionen erblinden Menschen, erleiden Verbrennungen, Splitterverletzungen und Verstümmelungen an Beinen oder Armen. Es gibt zwei wichtige Konventionen, deren Ziel es ist, das Vorkommen und die Anwendung von Antipersonenminen und Streumunition zu verringern.

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Konventionelle Waffen

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Konventionelle Waffen bilden den Kernbereich aller modernen Streitkräfte. Zur Strukturierung der Vielfalt und der großen Unterschiede innerhalb dieser Kategorie unterscheidet man zwischen Waffenträgern und Munition. Erst durch Waffenträger kann Munition – Explosivstoffe, Geschosse oder Suchzündermunition – effektiv eingesetzt werden. Waffenträger können Schiffe, Flugzeuge, LKW, gepanzerte Fahrzeuge oder Menschen sein.

Heute funktionieren die meisten konventionellen Waffen auf Grund von chemischen Explosionen, sei es als Treibsatz oder Sprengstoff, der Detonation und Granatsplitter erzeugt.

Gattungen

Panzer und gepanzerte Fahrzeuge: Es gibt zwei Grundtypen gepanzerter Waffenträger. Zum einen Panzer, die im Ersten Weltkrieg entwickelt wurden und auch heute noch genutzt werden. Sie bestehen aus einem Fahrzeug (auf Gleisketten oder Rädern) mit einer sehr dicken Stahl- oder Verbundpanzerung (bis zu 600mm) und unterschiedlichen Geschützen. Ihre Kapazität reicht von schwerer 120mm Munition, die vom Geschützturm abgefeuert wird, bis zu mehreren leichten Maschinengewehren.

Der andere gepanzerter Waffenträger ist der Mannschaftstransportwagen (MTW). Er ist weniger stark gepanzert und hat keinen Geschützturm, sondern in der Regel eine integrierte Waffe von weniger als 20mm Kaliber. Mit diesen Wagen werden Panzergrenadiere ins und durch das Kampffeld transportiert.

Aufgrund des leistungsstarken Motors, der schweren Geschütze und der Panzerung sind alle gepanzerten Fahrzeuge sehr groß und schwer.  Panzer  wiegen ca. 60 Tonnen, für MTW ungefähr die Hälfte. Dies wiederum begrenzt die Möglichkeit, sie zu transportieren und die Distanz, die sie fahren können. Zudem sind sie sehr teuer (zwischen 500.000 und 3 Millionen Euro, abhängig von Modell und Hersteller). Da sie das Schlachtfeld unter Feuer durchqueren und dabei schwere Munition abfeuern können, sind sie besonders zerstörerisch und schwer zu stoppen.

Artillerie

Artillerie ist ein Sammelbegriff für großkalibrige Geschütze, die auf Langstrecken ausgelegt sind. Es gibt Munition mit kürzerer von zwei bis drei Kilometern und längerer Reichweite von 150 und mehr Kilometern. Artilleriesysteme gibt es in verschiedenen Kalibergrößen, von 2,75 Zoll (ca. 70 mm) Raketen bis zu 600mm Raketen. Man unterscheidet zwischen Rohrartillerie und Raketenartillerie.

Die Rohrartillerie hat ein Stahlrohr, durch das eine Granate getrieben wird: eine aerodynamische Hülle, die Explosivstoffe, Chemikalien, die Rauch oder Licht erzeugen, oder Submunition enthält. Die Kalibergrößen moderner Rohrartillerie reichen von 52 mm Infanteriemörserpatronen bis zu 210 mm Feldartilleriegeschossen. Schwerere Rohrartillerie hat oft einen eigenen Antrieb und das Stahlrohr ist wie bei einem Panzer auf einem Waffenträger befestigt.

Raketen und Lenkflugkörper sind zwar teurer pro Schuss, dafür aber oft einfacher zu transportieren und von leichteren Waffenträgern abzufeuern. Versehen mit kleiner elektronisch gelenkter Artilleriemunition wird Raketenartillerie immer häufiger verwendet. Raketen bestehen aus einem integrierten Gefechtskopf, einem Raketenmotor und einer Lenkvorrichtung. Mehrere Raketen können fast simultan von dem gleichen Waffenträger abgefeuert werden.

Kleinwaffen (SALW)

Kleinwaffen sind die am häufigsten vorkommenden Waffen in allen Armeen. Die Infanterie verteidigt damit auch Geschütze, Panzer etc.. Sie sind relativ billig, leicht zu transportieren und – im Nah- und Häuserkampf - auf kurzer Distanz höchst effektiv.

Roboter

Autonome oder ferngesteuerte Robotersysteme, wie unbemannte Luftfahrzeuge, sog. „Drohnen“, unbemannte Überwasserschifffe oder unbemannte Landfahrzeuge werden erst seit relativ kurzer Zeit eingesetzt. Militär wie auch Polizei nutzen sie für Aufgaben wie das Entschärfen von Bomben sowie für die Beobachtung und Spionage. Die unbemannten Systeme können aber auch Waffenträger für kleine Flugkörper sein, die den Feind treffen     sollen. Von „Selbstmord-Taktik“ spricht man, wenn sich ein Roboter beim Feindkontakt selbst zerstört.

Minen und Streumunition

Der Begriff Landmine bezeichnet sowohl Antipersonen- als auch Antifahrzeugminen. Antipersonenminen sollen feindliche Kämpfer verletzen oder töten, während Antifahrzeugminen Gefährte und ihre Insassen am Weiterfahren hindern oder zerstören sollen. Landminen werden aus Plastik, Metall oder anderen Materialien gefertigt und enthalten Sprengstoffe und manchmal auch Splitter. Sie werden unter oder nah an der Erdoberfläche verlegt um nicht entdeckt zu werden. In der Regel werden sie vom Opfer selbst ausgelöst. Das besondere an diesen Minen ist, dass sie einen feindlichen Soldat eher schwer verletzen als ihn töten sollen. Sie sind billig und leicht herzustellen; schätzungsweise kostet die Herstellung einer Antipersonenmine einen Dollar. Mehr als 1.000 Dollar sind jedoch nötig. um eine einmal verlegte Mine zu finden und zu zerstören.

Eine Streubombe ist ein Behälter aus Metall, der hunderte kleiner Sprengsätze (Bomblets) enthält. Streubomben werden von einem Flugzeug abgeworfen oder z.B. mit Raketenwerfern vom Boden aus abgefeuert. Nachdem sie sich in der Luft geöffnet haben, setzen sie ihre kleinen Sprengsätze frei, die sich auf ein Gebiet von der Größe mehrerer Fußballfelder (mehrere Hundert Hektar) verteilen und beim Aufprall auf den Boden hochgehen. Sie sind hocheffektive Waffen gegen Panzer und Infanterie. Als Offensivwaffen sollten sie direkt töten. Besonders heimtückisch aber ist an ihnen, dass schätzungsweise fünf bis 30 Prozent der Kleinsprengsätze nicht explodieren, sondern unversehrt im Boden steckenbleiben. Dies kann technische Gründe haben oder an der Bodenbeschaffenheit liegen, denn zu weiche Oberflächen wie Schnee, Matsch, Wasser oder Vegetation verhindern, dass der Zünder aktiviert wird. In diesem Fall wirken Streubomben wie Landminen, die bei der geringsten Berührung explodieren und auch für Zivilisten eine große Gefahr darstellen.

Herstellung

Konventionelle Waffen werden von fast allen Industrie- aber von auch vielen weniger entwickelten Ländern der Welt hergestellt. Das Produktionsvolumen von Kleinwaffen übersteigt dabei das sämtlicher anderer Waffen. Größere Waffen wie Panzer, Artillerie und ihre Logistiksysteme sind – vom Herstellungs- aber auch Verkaufspreis her - viel teurer. Sie sind zudem schwerer herzustellen. Panzer z.B. werden deshalb nur von 25 Staaten gefertigt, wobei viele Firmen lediglich im Ausland produzierte Teile zusammensetzen. Raketen und Flugkörper wie auch Roboter, die mit besonderer Präzision hergestellt werden und mit fortgeschrittener Technologie bestückt sind, werden von einer noch kleineren Anzahl von Staaten produziert. Alle Waffen produzierenden Staaten haben – schon allein um die Herstellungs- und Entwicklungskosten zu decken - ein Interesse daran, ihre Rüstungsgüter profitabel auf dem Weltmarkt zu verkaufen.

Händler und Makler

Waffen werden überall auf der Welt gehandelt. Im Großen und Ganzen läuft der Handelsfluss von Industrienationen in weniger industrialisierte Länder. Die größten Waffenexporteure sind die Vereinigten Staaten, Russland, Deutschland, Frankreich, China, Israel und Großbritannien. Aber gerade bei Kleinwaffen spielen auch weniger entwickelte Länder mit. Z.B.  exportieren Nordkorea, Iran, Kolumbien und Burma eine bedeutende Anzahl Waffen durch öffentliche, offene oder geheime Kanäle. Die Handelsvolumina sind im Detail unbekannt (die meisten Länder weigern sich, eine genaue Waffenexportstatistik zu veröffentlichen), belaufen sich jedoch auf geschätzte mehrere Dutzend Milliarden US-Dollar im Jahr und wachsen weiter.

Zusätzlich zu dem offiziellen (und manchmal veröffentlichten) Waffenhandel zwischen Staaten gibt es auch sogenannte „graue“ und „schwarze“ Märkte. Sie werden im Allgemeinen von zwielichtigen Maklern bedient. Diese Einzelpersonen oder Firmen kaufen im Auftrag eines Landes Waffen von einem anderen oder versorgen Kriegsparteien damit. Obwohl Transaktionen auf dem „grauen Markt“ im Verborgenen ablaufen sind sie nicht illegal. Schwarzmarkt-Transaktionen dagegen betreffen Waffenkategorien, die verboten sind (z.B. Antipersonenminen oder Flugabwehrraketen) oder Länder unter einem internationalen Embargo (z.B. Simbabwe oder Iran). Der genaue Umfang des Schwarzmarktes oder des grauen Marktes ist unbekannt. Nur selten kommen Informationen wie die Lieferung von Panzern an Südsudan oder über Broker wie den berüchtigten Viktor Bout aus Russland durch Medienberichte ans Licht kommen.

Was versteht man unter Konventionellen Waffen?

Konventionelle Waffen bilden den Kernbereich aller modernen Streitkräfte. Es gibt verschiedene Gattungen, zu denen Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie (großkalibrige Geschütze, die auf Langstrecken ausgelegt sind), Kleinwaffen, Roboter (z.B. unbemannte Luftfahrzeuge, sog. „Drohnen“) und Minen und Streumunition gehören.

Konventionelle Waffen werden von fast allen Industrie- aber von auch vielen weniger entwickelten Ländern der Welt hergestellt. Das Produktionsvolumen von Kleinwaffen übersteigt dabei das sämtlicher anderer Waffen. Größere Waffen wie Panzer, Artillerie und ihre Logistiksysteme sind – vom Herstellungs- aber auch Verkaufspreis her - viel teurer. Sie sind zudem schwerer herzustellen. Alle Waffen produzierenden Staaten haben – schon allein um die Herstellungs- und Entwicklungskosten zu decken - ein Interesse daran, ihre Rüstungsgüter profitabel auf dem Weltmarkt zu verkaufen.

Waffen werden überall auf der Welt gehandelt. Die größten Waffenexporteure sind die Vereinigten Staaten, Russland, Deutschland, Frankreich, China, Israel und Großbritannien. Aber gerade bei Kleinwaffen spielen auch weniger entwickelte Länder mit. Z.B.  exportieren Nordkorea, Iran, Kolumbien und Burma eine bedeutende Anzahl Waffen durch öffentliche, offene oder geheime Kanäle.

Zusätzlich zu dem offiziellen (und manchmal veröffentlichten) Waffenhandel zwischen Staaten gibt es auch sogenannte halblegale „graue“ und illegale „schwarze“ Märkte. Ihr genauer Umsatz ist unbekannt. Nur selten kommen Informationen wie die Lieferung von Panzern an Südsudan oder über Broker wie den berüchtigten Viktor Bout aus Russland durch Medienberichte ans Licht kommen.

Schwere Waffen

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Schwere Waffensysteme bilden auch heute noch den Kern moderner Streitkräfte. Dazu zählen Kampfpanzer, Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und U-Boote. Sie sind einerseits von Klein- und Leichtwaffen und andererseits von atomaren, biologischen oder chemischen Massenvernichtungswaffen zu unterscheiden. Insgesamt werden als schwere Waffen alle militärischen Rüstungsgegenstände bezeichnet, die einer der folgenden vier Kategorien zugeordnet werden können:

  1. Gepanzerte Fahrzeuge (Mannschaftstransportwagen, leichte Panzer, Kampfpanzer)
  2. Artillerie (Mehrfachraketenwerfer, selbst fahrende Geschütze, gezogene Geschütze) mit einem Kaliber von mehr als 100mm;
  3. Kampfflugzeuge (Kampfhubschrauber, Starrflügel Jagdflugzeuge)
  4. Großkampfschiffe (U-Boote, Überwasserkampfschiffe von mehr als Korvettengröße)

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie in zahlreichen weiteren Kriegen des vergangenen Jahrhunderts spielten konventionelle Großwaffen eine bedeutende Rolle. Der im Ersten Weltkrieg entwickelte Kampfpanzer beeinflusste beispielsweise maßgeblich den Stellungskrieg an der französischen Front; im Zweiten Weltkrieg war er bereits eine wichtige strategische Waffe aller Kriegsparteien. Bis heute gehören Kampfpanzer in weiten Teilen der Welt zur modernen Landkriegsführung.

Bei den See- und Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs, wie etwa dem Angriff auf Pearl Harbor 1941 oder der Seeschlacht um Midway 1942 im Pazifik kamen Flugzeugträger verstärkt zum Einsatz. Ihre flexiblen Einsatzmöglichkeiten gestatteten, Überlegenheit in der Luft zu erlangen und Luftangriffe durchzuführen. Seit der Zeit des Kalten Krieges demonstrieren Staaten mit diesen schwimmenden militärischen Plattformen weltweit Präsenz und Stärke. U-Boote dienen einem strategisch ähnlichen Zweck.

Die Bedeutung von Kampfschiffen und Kampfflugzeugen ist in den letzten sechs Jahrzehnten ebenfalls stetig gestiegen. Sie werden z.B. auch in aktuellen  Kriegen und Konflikten, wie z.B. in Afghanistan, Irak und am Horn von Afrika) eingesetzt.

Heutzutage werden Kriege bzw. bewaffnete Gewaltkonflikte zwar zunehmend „asymmetrisch“ geführt, d.h. die beteiligten Parteien sind sehr unterschiedlich bewaffnet und verfolgen verschiedene Strategien. Doch auch wenn bei der „asymmetrischen Kriegsführung“ verstärkt Drohnen (unbemannte Luftfahrzeuge) und anderes Hightech- Kriegsgerät angewandt werden, steht doch bei den modernen Armeen weiterhin die Operation der einzelnen Teilstreitkräfte (Heer, Marine und Luftwaffe) mit konventionellen Waffen im Verbund im Mittelpunkt. Im Gegensatz zu der Zeit des Kalten Krieges setzen die heutigen Armeen jedoch auf leichte, schnell verlegbare Truppen- statt auf große Panzerverbände.

Kampfpanzer

Obwohl Kampfpanzer vor allem in Westeuropa und anderen westlichen Staaten an Bedeutung verlieren, werden sie in anderen Ländern, etwa in Lateinamerika oder in Asien, jedoch weiterhin als wichtige strategische Waffe angesehen. Ein möglicher Verkauf von bis zu 270 deutschen Leopard 2 Panzern nach Saudi-Arabien mag als Beispiel hierfür gelten. Zu den aktuell bekanntesten Kampfpanzern gehört der US-amerikanische M1 Abrams, der deutsche Leopard 2, der britische Challenger, der französische Leclerc, die südkoreanischen Modelle K1 und K2, der russische T-90, der israelische Merkava Mk4, der japanische Panzer des Typs 90 und der chinesische Panzer des Typs 99. Die größte Verbreitung haben die alten sowjetisch/russischen Modelle wie z.B. T-54, T-55 und T-62, allen voran der russische T-72.

Kampfflugzeuge und Hubschrauber

Diese beiden schweren Waffensysteme flogen in allen Kriegen in der jüngsten Vergangenheit Angriffe - sei es im Kosovo, in Afghanistan oder im Irak. Die aktuellen Verträge zwischen Saudi-Arabien und den USA über den Kauf von 84 neuen F-15 Kampfflugzeugen und der mögliche Kauf Indiens von 126 französischen Rafale Mehrzweckkampfflugzeugen belegen das gestiegene Interesse an modernen Kampflugzeugen. Zu den weltweit am meisten verbreiteten Kampfflugzeugen gehören die US-amerikanischen F/A-18 und F-15/16 sowie der etwas ältere F-5 Freedom Fighter, die russische MiG-21, MiG-29 und Su-27, die französische Mirage, das chinesische Jagdflugzeug des Typs J-7 sowie das in europäischer Kooperation (Deutschland, Großbritannien und Italien) entwickelte Kampfflugzeug Tornado.

Kriegsschiffe und U-Boote

Die Bedeutung der internationalen Wasserwege hat durch die globale Verflechtung des Handels stark zugenommen. Gleichzeitig sind die Weltmeere durch die Zunahme der Piraterie am Horn von Afrika oder in der Straße von Malakka sowie den grassierenden Drogen- und Waffenschmuggel unsicherer geworden. Immer mehr Staaten setzen deshalb auf eine hochseetaugliche Marine, um auch jenseits der eigenen Küstengewässer ihre Sicherheit zu verteidigen.

Die USA verfügen über die meisten Kriegsschiffe, gefolgt von Russland, China und Indien. Weniger als ein Dutzend Staaten besitzen Flugzeugträger (wie zum Beispiel USA, Frankreich, Indien, China), weitaus mehr Fregatten und Zerstörer. U-Boote gelten auch lange nach Ende des Kalten Krieges als wichtige strategische Waffe. Zwar verfügen nur Russland, Frankreich, die USA über atombetriebene U-Boote, doch auch konventionell betriebene U-Boote aus Russland und einigen westeuropäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Schweden und Spanien finden weltweit wachsende Absatzmärkte.

Rüstungskontrolle

Während in Asien, dem Nahen und Mittleren Osten sowie in Lateinamerika umfassende Aufrüstungsprozesse in Gang sind, im Zuge derer schwere Waffensysteme angeschafft werden, existieren in anderen Regionen bereits Verträge über die Begrenzung von konventionellen Waffen, etwa im Rahmen des Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag). Der 1990 geschlossene Vertrag zwischen den Staaten der NATO und denen des Warschauer Pakts sah zum Beispiel eine Begrenzung der konventionellen Großwaffen in Europa vor (mit Ausnahme von Kriegsschiffen). In der ersten Phase nach Inkrafttreten des Vertrages wurden in Europa rund 51.000 Waffensysteme zerstört. Russland hat seit dem 13. Dezember 2007 seine Beteiligung am KSE-Vertrag von 1990 ausgesetzt, den Vertrag jedoch nicht gekündigt.

Mit dem Dayton-Friedensabkommen vom 21. November 1995 haben Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien Höchstgrenzen für schwere Waffen auf dem Balkan festgelegt. Wenige Jahre nach Inkrafttreten des Vertrages wurden die Höchstgrenzen erreicht und 6580 Waffensysteme, etwa 46 Prozente der gesamten Bestände, zerstört.

Neben diesen regionalen Verträgen zur Begrenzung schwerer Waffensysteme regeln die Genfer Konventionen und ihre drei Zusatzprotokolle als Kernstück des humanitären Völkerrechts grundsätzlich den Schutz von Zivilpersonen in Zeiten bewaffneter Konflikte. Als zwischenstaatliche Abkommen gehen die heute gültigen Konventionen von 1949 und ihre Zusatzprotokolle von 1977 und 2005 auf die erste von nur zwölf Staaten unterzeichnete Genfer Konvention aus dem Jahre 1864 zurück. Heute sind 194 Länder den Genfer Abkommen von 1949 sowie 171 beziehungsweise 166 Staaten den ersten beiden Zusatzprotokollen von 1977 beigetreten, 59 Länder haben das dritte Zusatzprotokoll von 2005 ratifiziert.

Die Genfer Konventionen beziehen sich aber auch auf den allgemeinen Gebrauch konventioneller Waffen im Krieg. Die eingesetzten Methoden der Kriegsführung und Mittel – sprich die Waffen – müssen im angemessenen Verhältnis zu dem angestrebten und tatsächlich bewirkten militärischen Zweck stehen. Der Einsatz von Waffen, die unnötiges Leiden oder überflüssige Verletzungen verursachen, ist ausdrücklich verboten. Waffen, die keine Unterscheidung von militärischen und zivilen Objekten zulassen, sind genauso untersagt wie solche, die ausgedehnte, lang anhaltende und schwere Schäden der natürlichen Umwelt verursachen und so den Menschen Lebensgrundlagen nehmen.

Auch die „UN-Konvention über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen“ von 1980 enthält in Form von 5 Protokollen Bestimmungen über den grundlegenden Einsatz oder die Anwendung bestimmter Waffentypen, wie zum Beispiel Landminen (Protokoll II), Brandwaffen (Protokoll III). Das ursprünglich geplante sechste Protokoll über Streubomben ist wegen unvereinbarer Positionen der Staaten nicht zu Stande gekommen. Stattdessen ratifizierten bisher 67 Staaten das im Jahr 2010 alternativ verhandelte Übereinkommen über Streumunition (vgl. Infotext Streumunition des Moduls).

Quellen und weiterführende Informationen

UN-Register on Conventional Arms/UN-Waffenregister
https://www.un.org/disarmament/convarms/Register/

International Institute for Strategic Studies (IISS), The Military Balance 2012, London: Routledge 2012
http://www.iiss.org/publications/military-balance/

Bonn International Center for Conversion (BICC)
http://www.bicc.de

Was versteht man unter Schweren Waffen?

Schwere Waffensysteme bilden auch heute noch den Kern moderner Streitkräfte. Dazu zählen Kampfpanzer, Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und U-Boote. Sie sind einerseits von Klein- und Leichtwaffen und andererseits von atomaren, biologischen oder chemischen Massenvernichtungswaffen zu unterscheiden. Insgesamt werden als schwere Waffen alle militärischen Rüstungsgegenstände bezeichnet, die einer der folgenden vier Kategorien zugeordnet werden können:

  1. Gepanzerte Fahrzeuge (Mannschaftstransportwagen, leichte Panzer, Kampfpanzer)
  2. Artillerie (Mehrfachraketenwerfer, selbst fahrende Geschütze, gezogene Geschütze) mit einem Kaliber von mehr als 100mm;
  3. Kampfflugzeuge (Kampfhubschrauber, Starrflügel Jagdflugzeuge)
  4. Großkampfschiffe (U-Boote, Überwasserkampfschiffe von mehr als Korvettengröße)

Klein– und Leichtwaffen

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Konflikte treten in jeder Gesellschaft auf. Oft werden diese Konflikte gewalttätig ausgetragen, weil sich die Menschen nicht einigen können oder wollen, und oft geschieht dies mit Waffen, die von einer Person benutzt werden können. Und obwohl noch heute Stöcke, Messer und sogar Speere benutzt werden, sind fast immer sogenannte Kleinwaffen, englisch SALW (Small Arms and Light Weapons), dabei im Spiel: Pistolen, Gewehre und ihre Verwandten. Kleinwaffen werden häufig in nicht-staatlichen Konflikten eingesetzt und sind die bevorzugte Waffe sowohl von Kriminellen als auch von politisch motivierten Gruppen. Während moderne Armeen mit vielen modernen Waffen ausgerüstet sind, hat selbst die kleinste und schwächste militärische Streitkraft Kleinwaffen.

Die Definition der Vereinten Nationen von Kleinwaffen/SALW unterscheidet genau genommen zwischen „kleinen“ und „leichten“ Waffen. Zu den „kleinen“ Waffen gehören demnach Revolver und Selbstladepistolen, Karabiner und Gewehre, Sturmgewehre, Maschinenpistolen und leichte Maschinengewehre (alle bedienbar durch eine Person). Eine Faustregel ist: Kleinwaffen haben ein Kaliber (Innendurchmesser des Laufes) von weniger als 12,7 mm. „Leichte“ Waffen sind schwere Maschinengewehre, Granatenwerfer, tragbare Panzer- und Luftabwehrwaffen, rückstoßfreie Gewehre, tragbare Raketenwerfer und Mörser bis zu einem Kaliber von 100mm. Sie können von zwei Personen oder einem Team getragen und einem kleinen Fahrzeug oder einem Packtier transportiert werden und müssen von einer Mannschaft bedient werden. Mit Ausnahme von Granaten, die Waffe und Munition in einem sind, brauchen alle Kleinwaffen Munition. Je größer das Kaliber desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Munition explosiv ist.

Ende des 19. Jahrhunderts begannen Armeen Kleinwaffen in ihrer modernen Form zu nutzen. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren alle Armeen mit ihnen ausgerüstet. Auch stieg die Vielfalt an Kleinwaffen: einschüssige Gewehre wurden von Repitierbüchsen abgelöst, die mehrere Kugeln laden und sie hintereinander abfeuern konnten. Diese wurden wiederum durch automatische Schusswaffen abgelöst, bei denen durch einmalige Abzugsbetätigung mehrere Schüsse abgefeuert werden konnten. Maschinengewehre, die mit einem Munitionsgurt ausgerüstet waren, ermöglichten eine hohe Kadenz für einen längeren Zeitraum (ein modernes Maschinengewehr kann bis zu 1200 Schuss in der Minute abfeuern). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden automatische Waffen leichter (nun konnten auch Kinder sie abfeuern) und konnten billiger hergestellt werden.

Die Entwicklung von leichten Waffen brachte viele Waffen hervor, die gelenkte oder ungelenkte Raketen gegen Menschen, gepanzerte Fahrzeuge, Flugzeuge und Befestigungsanlagen abfeuern konnten. Schwere Maschinengewehre wurden auch gegen leichte Fahrzeuge und niedrig fliegende Flugzeuge verwendet.

Das Verifikationszentrum der Bundeswehr (VZBw), Abteilung für Globale Rüstungs- und Proliferationskontrolle, unterscheidet in seinem “Small Arms and Light Weapons Guide“ dreizehn Kleinwaffenkategorien:

Kleinwaffenkategorien (deutsch)

SALW categories (englisch)

Selbstladepistolen und –revolver

Self-loading pistols and revolvers

Gewehre und Karabiner

Rifles and carbines

Maschinenpistolen

Submachine guns

Sturmgewehre

Assault rifles

Leichte Maschinengewehre

Light machine guns

Schwere Maschinengewehre

Heavy machine guns

Hand- und lafettierte Granatenabschussgeräte

Hand-held under-barrel and mounted grenade launchers

Tragbare Flugabwehrkanonen (FLAK)

Portable anti-aircraft guns

Tragbare Panzerabwehrkanone (PAK)

Portable anti-tank guns (ATG)

Rückstoßfreie Geschütze

Recoilless guns/ rifles

Tragbare Abschussgeräte für Panzerabwehr-Lenkflugkörper/ – raketen

Portable launcher of anti-tank missile /rocket systems (ATGM or ATGW)

Tragbare Luftabwehrsysteme

Man-portable air defense systems (MANPADS)

Tragbare Mörser mit weniger als 100mm Kaliber.

Portable mortars of calibers less than 100mm

Schätzungen zufolge zirkulieren zwischen 600 und 800 Millionen Kleinwaffen auf der Welt. Keiner weiß dies sicher, weil Hersteller nicht immer genau Bericht erstatten und viele Regierungen die Zahlen ihrer eigenen und der von ihnen exportierten Kleinwaffen geheim halten. Nur wenige staatliche Organe oder andere bewaffnete Gruppen berichten genau über die Anzahl der Schusswaffen, die verloren gehen, gestohlen werden oder nicht mehr funktionsfähig sind.

Aufgrund der Massenanfertigung und fehlender Gesetzgebung in vielen Ländern geraten auch viele militärische Waffen in die Hände von Zivilisten. Kriminelle verfügen über ihre eigenen Waffenarsenale. In manchen Ländern ist zu beobachten, dass sich Zivilisten mit Kleinwaffen ausstatten, um sich vor Kriminellen und vor außer Kontrolle geratenen Soldaten zu schützen.

Zivile Kleinwaffen werden zur Jagd, Selbstverteidigung und zum Sport hergestellt. Ihr Einsatz ist im Allgemeinen durch Gesetze reglementiert. Jedoch gibt es sehr viele Länder, in denen diese Gesetzgebung mehr schlecht als recht befolgt wird.

Weltweite Gesetze und Vereinbarungen

Der Beginn des 21. Jahrhunderts ist gekennzeichnet durch drei wichtige Entwicklungen

Die Vereinten Nationen veröffentlichen derzeit einer Reihe von Standards, die sowohl die Lagerung und das Management von Kleinwaffen, als auch ihre Einsammlung und Vernichtung sowie darüber hinaus u.a. auch ihre Lizenzierung betreffen. Mit Hilfe dieser Richtlinien können Staaten ihre eigenen rechtlichen Standards entwickeln.

Die meisten UN-Mitgliedsstaaten haben das Kleinwaffenprogramm der Vereinten Nationen (UN Programme of Action on the Illicit Trade in SALW in All its Aspects – UN PoA) unterzeichnet, das 2001 veröffentlicht wurde. Es verlangt von jedem Staat, jährlich über seinen Bestand an Kleinwaffen zu berichten. Im Jahr 2006 haben sich die UN-Mitgliedsstaaten über das Internationalen Rechtsinstrument zur Ermöglichung der rechtzeitigen und zuverlässigen Identifikation und Rückverfolgung illegaler Kleinwaffen und leichter Waffen durch die Staaten geeinigt.

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hat 2008 die ECOWAS Konvention verabschiedet, durch die Mitgliedsstaaten weitgehend verpflichtet werden, weder Kleinwaffen zu produzieren noch zu importieren - andere Regionen könnten dem Beispiel bald nachfolgen.

Die Vereinten Nationen werden wohl im Sommer 2012 über einen Waffenhandelsvertrag (Arms Trade Treaty, ATC) abstimmen, der den Handel mit Waffen, incl. SALW, weiter beschränken soll. All diese rechtlichen und diplomatischen Instrumente sollen helfen den Schaden, der durch verantwortungslose und illegale Verwendung von Kleinwaffen entstanden ist, zu begrenzen.

Quellen und weiterführende Informationen

Paes, Wolf-Christian (2002):Kleinwaffen – Eine Bedrohung für die „dritte Welt“. Hrsg.: Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V.
http://www.bicc.de/uploads/pdf/publications/other/kleinwaffen_misereor/kleinwaffenbroschuere.pdf

Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit – GTZ  (2001): Die Kleinwaffenproblematik in Entwicklungsländern
http://www.bicc.de/publications/other/gtz-studie-kleinwaffen.html

Internationales Konversionszentrum Bonn - BICC (2007) TRESA (Training and Education on Small Arms) Module
http://www.bicc.de/index.php/publications/tresa-modules

Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (Hrsg.): Small Arms and Light Weapons Guide. Stand 2011

Was versteht man unter Klein– und Leichtwaffen?

Die Definition der Vereinten Nationen von Kleinwaffen/SALW unterscheidet zwischen „kleinen“ und „leichten“ Waffen. Zu den „kleinen“ Waffen gehören Revolver und Selbstladepistolen, Karabiner und Gewehre, Sturmgewehre, Maschinenpistolen und leichte Maschinengewehre (alle bedienbar durch eine Person). „Leichte“ Waffen sind schwere Maschinengewehre, Granatenwerfer, tragbare Panzer- und Luftabwehrwaffen, rückstoßfreie Gewehre, tragbare Raketenwerfer und Mörser bis zu einem Kaliber von 100mm. Sie können von zwei Personen oder einem Team getragen, einem kleinen Fahrzeug oder einem Packtier transportiert und von einer Mannschaft bedient werden. Mit Ausnahme von Granaten, die Waffe und Munition in einem sind, brauchen alle Kleinwaffen Munition.

Kleinwaffen werden häufig in nicht staatlichen Konflikten eingesetzt und sind die bevorzugte Waffe sowohl von Kriminellen als auch von politisch motivierten Gruppen. Schätzungen zufolge zirkulieren zwischen 600 und 800 Millionen Kleinwaffen auf der Welt. Aufgrund der Massenanfertigung und fehlender Gesetzgebung in vielen Ländern geraten auch viele militärische Waffen in die Hände von Zivilisten.

Zivile Kleinwaffen werden zur Jagd, Selbstverteidigung und zum Sport hergestellt. Ihr Einsatz ist im Allgemeinen durch nationale Gesetze reglementiert, die oft jedoch mehr schlecht als recht befolgt werden.

Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan hat Kleinwaffen 2001 wegen ihrer weiten Verbreitung und ihres Zerstörungspotenzials die „wahren Massenvernichtungswaffen unserer Zeit“ genannt. Deshalb hat die Internationale Gemeinschaft eine Reihe von Vereinbarungen, UN-Protokollen, regionalen Konventionen und anderen Maßnahmen beschlossen, um die Nutzung und den Handel von SALW zu beschränken, ihre Kennzeichnung zu regulieren und Ländern zu helfen, Waffen aus illegalen Aktivitäten zurückzuverfolgen.

Landminen und Streumunition

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Landminen

Der Begriff Landmine bezeichnet sowohl Antipersonen- als auch Antifahrzeugminen. Antipersonenminen sollen feindliche Kämpfer verletzen oder töten, während Antifahrzeugminen Gefährte und ihre Insassen am Weiterfahren hindern oder zerstören sollen. Landminen sind zwar als Kleinwaffengattung im Bericht der Gruppe von Regierungssachverständigen für Kleinwaffen von 1997 aufgeführt. Dennoch sollte man sie eher als eine eigene Waffengattung bezeichnen, da Landminen im Gegensatz zu Kleinwaffen weder auf ein bestimmtes Ziel gerichtet noch abgefeuert werden können. Eine Landmine ist ein Kampfmittel, das „dazu bestimmt ist durch die Gegenwart, Nähe oder Berührung einer Person zur Explosion gebracht zu werden, und (das) eine oder mehrere Personen kampfunfähig macht, verletzt oder tötet. (...)“ (Artikel 2 Abs. 1 Ottawa Konvention). In anderen Worten, Landminen können durch Mensch, Tier oder Fahrzeug die sie berühren, ausgelöst werden, selbst lange nach Ende eines Krieges.

Landminen werden unter oder nah an der Erdoberfläche verlegt, um nicht entdeckt zu werden. Ihr Zweck ist es, feindliche Objekte, die sich der Mine nähern oder die sie berühren, bewegungsunfähig zu machen oder zu zerstören. Landminen können jahrzehntelang scharf im Boden liegen bis ihnen  ein Lebewesen oder Fahrzeug zu nahe kommt oder durch direkte oder die Berührung eines Stolperdrahts, durch Funk- oder andere Signale den Sprengmechanismus auslöst.

Landminen werden aus Plastik, Metall oder anderen Materialien gefertigt und enthalten Sprengstoffe, manchmal auch Splitter. Es gibt verschiedene Arten von Antipersonenminen, wie Druckminen, die durch direktes Auftreten ausgelöst werden. Die Folge sind oft Fuß- und Beinverletzungen, die sich leicht infizieren und daher oft nur durch Amputation des jeweiligen Gliedes behandelt werden können. Sogenannte Stockminen versprühen hunderte von Metallsplittern, die in den Körper des Opfers eindringen. Springminen schnellen nach der Zündung ca. einen Meter in die Luft und explodieren dort. Die freigesetzten Metallsplitter fliegen in alle Richtungen und verursachen tiefe, oft tödliche Wunden am gesamten Körper des Opfers. Die Springmine ist die stärkste und verheerendste Mine.

Landminen wurden ursprünglich als defensive Waffen konzipiert und verwendet. Sie sollten Verteidigungsbarrieren schaffen, die feindliche Truppen in „Tötungszonen“ leiten, um strategische Bereiche wie Grenzen, Stellungen oder wichtige Brücken zu schützen oder dem Feind den Zugang zu wertvollem Territorium oder Ressourcen zu verwehren. Sie sollten ebenfalls das Vorrücken des Gegners verlangsamen oder einschränken sowie seine Moral durch den zufälligen Angriff auf seine Soldaten untergraben. Besonders heimtückisch war die Intention, feindliche Soldaten eher schwer zu verletzen als zu töten, weil es aufwändiger ist in einem Kampfgebiet sich um einen verletzten Soldaten als um einen toten Soldaten zu kümmern.

Landminen wurden von fast allen Armeen der Welt verwendet. Sie wurden erstmals in großem Umfang im Zweiten Weltkrieg benutzt. Seither wurden sie u.a. im Vietnamkrieg, dem Koreakrieg und dem ersten Golfkrieg (1991) eingesetzt. In den jüngeren Bürgerkriegen und in von nicht staatlichen Gruppen geführten bewaffneten Konflikten richteten sie sich mehr und mehr gegen Zivilisten. Sie sollten z.B. den Zugang zum Ackerland verwehren und die Bewegungsfreiheit einschränken.

Da Minenfelder nicht konsequent markiert und kartiert wurden und weil Regen und andere Faktoren ihre Position leicht veränderten, wussten schließlich weder Soldaten oder Friedenstruppen noch Zivilisten und Entwicklungshelfer, welche Bereiche des Landes vermint waren, so dass sie ihnen schutzlos ausgeliefert waren. Widerstand gegen Landminen begann sich zunächst innerhalb des Militärs zu regen, das argumentierte, dass die humanitären Kosten bei weitem den militärischen Nutzen von Landminen überstiegen. Humanitäre Gruppen und Nichtregierungsorganisationen starteten 1992 eine weltweite Kampagne zur Ächtung der Nutzung, Produktion und Verbreitung dieser Waffen. Diese Kampagne fand 1997 ihren Höhepunkt in der Unterzeichnung des Übereinkommens über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, der Herstellung und der Weitergabe von Antipersonenminen und über deren Vernichtung (Ottawa-Konvention), das mittlerweile 150 Vertragsstaaten zählt.

Streumunition

Eine Streubombe ist ein Behälter aus Metall, der hunderte kleiner Sprengsätze (Bomblets) enthält. Oft ähneln sie bunten Getränkedosen oder Tennisbällen. Streubomben werden von einem Flugzeug abgeworfen oder z.B. mit Raketenwerfern vom Boden aus abgefeuert. Nachdem  sie sich in der Luft geöffnet haben, setzen sie ihre kleinen Sprengsätze frei, die sich auf ein Gebiet von der Größe mehrerer Fußballfelder (mehrere Hundert Hektar) verteilen und beim Aufprall auf den Boden explodieren, mit dem Ziel möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzten. Ihre Metallteile durchbohren Menschen und durchschlagen gepanzerte Fahrzeuge. Alle Personen, die sich im Angriffsgebiet aufhalten, werden mit großer Wahrscheinlichkeit getötet oder schwer verwundet.

Streubomben sind offensive, tödliche Waffen. Das besonders Gefährliche an diesen Bomben ist, dass eine große Zahl der Bomblets nicht explodiert und als Blindgänger im Boden steckenbleibt, der noch jahrzehntelang eine Bedrohung darstellt. Sie können bis zu 50 cm tief in die Erde eindringen. Höchst unberechenbar und empfindlich explodieren sie dann bei der kleinsten Bewegung bzw. Berührung. Vom Effekt her ähneln die nicht explodierten Bomblets klassischen Landminen und verursachen ebenso hohe humanitäre Kosten. Durch die Explosionen erblinden Menschen, erleiden Verbrennungen, Splitterverletzungen und Verstümmelungen an Beinen oder Armen. Einige Opfer sterben daran, andere müssen Amputationen, lange Krankenhausaufenthalte und langwierige Rehabilitationsprozesse auf sich nehmen.

Streubomben wurden zuerst im Zweiten Weltkrieg von deutschen und russischen Streitkräften benutzt und sind seitdem von vielen Anderen verwendet worden. Die meisten Streubomben kamen während des Golfkrieges 1991 durch die USA und ihre Alliierten zum Einsatz. Es wird berichtet, dass diese im Laufe eines Monats 61.000 Streubomben mit 20 Millionen Bomblets abgeworfen haben. Da die Sprengsätze eigentlich für Explosionen auf hartem Grund konzipiert sind, blieben viele im weichen Wüstensand oder im küstennahen Gewässer  als Blindgänger liegen.

Kinder sind die wahrscheinlichsten Opfer solcher Blindgänger, da die Sprengsätze oft bunten Getränkedosen oder Tennisbällen ähneln. Sie verwechseln sie leicht mit Spielzeug oder kleinen Packungen aus Hilfspaketen aus der Luft. Bauern und Dorfbewohner werden ebenfalls oft verletzt, wenn sie bei der Feldarbeit auf Streubomben stoßen.

Im Libanon kamen selbst ein Jahr nach dem Waffenstillstand mehr als 200 Zivilisten Streubomben um, die Israel 2006 dort eingesetzt hatte. Dies war der Auslöser dafür, dass im Jahr 2008 Regierungen ein rechtlich verbindliches internationales Instrument entwickelten, das an den Erfolg der Ottawa Konvention zur Ächtung der Landminen anknüpfen sollte. Erst im August 2010 trat das internationale Verbot von Streubomben in Kraft, dem mittlerweile 70 Staaten beigetreten sind.

Quellen und weiterführende Informationen

Landmine and Cluster Munition Monitor
www.the-monitor.org

International Campaign to Ban Landmines
www.icbl.org

Cluster Munition Coalition
www.stopclustermunitions.org

International Committee of the Red Cross
www.icrc.org

Landmine.de
www.landmine.de

Handicap International Deutschland
http://www.streubomben.de/

Was versteht man unter Landminen und Streubomben?

Der Begriff Landmine bezeichnet sowohl Antipersonen- als auch Antifahrzeugminen. Antipersonenminen sollen feindliche Kämpfer verletzen oder töten, während Antifahrzeugminen Gefährte und ihre Insassen am Weiterfahren hindern oder zerstören sollen. Landminen werden aus Plastik, Metall oder anderen Materialien gefertigt und enthalten Sprengstoffe und manchmal auch Splitter. Sie werden unter oder nah an der Erdoberfläche verlegt um nicht entdeckt zu werden. In der Regel werden sie vom Opfer selbst ausgelöst. Das besondere an diesen Minen ist, dass sie einen feindlichen Soldat eher schwer verletzen als ihn töten sollen. Sie sind billig und leicht herzustellen; schätzungsweise kostet die Herstellung einer Antipersonenmine einen Dollar. Mehr als 1.000 Dollar sind jedoch nötig. um eine einmal verlegte Mine zu finden und zu zerstören.

Eine Streubombe ist ein Behälter aus Metall, der hunderte kleiner Sprengsätze (Bomblets) enthält. Oft ähneln sie bunten Getränkedosen oder Tennisbällen. Streubomben werden von einem Flugzeug abgeworfen oder z.B. mit Raketenwerfern vom Boden aus abgefeuert. Nachdem  sie sich in der Luft geöffnet haben, setzen sie ihre kleinen Sprengsätze frei, die sich auf ein Gebiet von der Größe mehrerer Fußballfelder (mehrere Hundert Hektar) verteilen und beim Aufprall auf den Boden hochgehen. Als Offensivwaffen sollten sie direkt töten. Besonders heimtückisch aber ist an ihnen, dass schätzungsweise fünf bis 30 Prozent der Kleinsprengsätze nicht explodieren, sondern unversehrt im Boden steckenbleiben. Dies kann technische Gründe haben oder an der Bodenbeschaffenheit liegen, denn zu weiche Oberflächen wie Schnee, Matsch, Wasser oder Vegetation verhindern, dass der Zünder aktiviert wird. In diesem Fall wirken Streubomben wie Landminen, die bei der geringsten Berührung explodieren.

Der Einsatz von Landminen und Streubomben hat langfristige, verheerende humanitäre Folgen. Durch die Explosionen erblinden Menschen, erleiden Verbrennungen, Splitterverletzungen und Verstümmelungen an Beinen oder Armen. Einige Opfer sterben daran, andere müssen Amputationen, lange Krankenhausaufenthalte und langwierige Rehabilitationsprozesse auf sich nehmen.

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