A U.S. Army tank drives through smoke from another tank, which was disabled during a four-hour running gun battle with insurgents in Mosul, Iraq Saturday Feb. 12, 2005
Themenmodul

Konventionelle Waffen

Tragbare Luftabwehrsysteme (MANPADS) & Panzerabwehrsysteme


BICC 05/2012

Was sind MANPADS?

Der Begriff MANPADS (Man Portable Air Defense System = Ein-Mann-Boden-Luft Rakete) bezieht sich auf eine Waffengattung, die ursprünglich zur Verteidigung von Bodeneinheiten gegen Luftangriffe entwickelt wurde. Sie besteht aus vier Teilen. Die von einem Motor angetriebene Rakete wird von einem elektronischen Leitsystem in Richtung Ziel gelenkt. Nahe am Ziel explodiert ein Sprengkopf an der Spitze der Rakete und schießt das Flugzeug ab. Die Rakete befindet sich in einem Startrohr, an dem ein Feuer- und Zielmechanismus angebracht ist. Ein MANPADS kann von einer Person getragen und abgefeuert werden, wiegt nicht mehr als 20 Kilo, ist ca. 1,80 Meter lang und hat einen Durchmesser von weniger als 20 Zentimeter.

MANPADS werden entweder autonom (nach dem Prinzip eines Autopilots) oder halbautonom (Command-Line-of-Sight – CLOS) zu ihrem Ziel gelenkt. Bei autonomen Raketen erkennt der an dem Startrohr angebrachte Zielsuchkopf das Abschussobjekt entweder über Radar oder dessen Infrarot- oder andere Emissionen. Einmal abgefeuert verfolgt es die Rakete, selbst wenn es sich bewegt oder auszuweichen versucht, und zündet in dessen unmittelbarer Nähe. Bei CLOS-Raketen hat der Soldat die Möglichkeit, das Ziel mit einem Laserstrahl zu markieren, wodurch er es nach dem Abfeuern manuell mit Hilfe einer Vergrößerungsoptik verfolgen kann. So kann er Kurskorrekturen vornehmen oder sogar den Schuss abbrechen.

Da viele MANPADS mit einem Infrarotsuchkopf ausgerüstet sind, werden als Gegenmaßnahmen Täuschkörper („Flares“) verwendet, die durch starke Infrarotwärmestrahlung das Leitsystem ablenken können. Radar- oder Laserstörsender hingegen können das Leitsystem blenden.

Wer produziert MANPADS?

MANPADS werden heutzutage nur von wenigen Ländern produziert und verkauft. Meistens stammen sie aus Russland (SA-7/14: bekannt als Strella oder SA-18: bekannt als Igla) oder den USA (Redeye und Stinger), die sie massenhaft produzieren. Aber auch China, Schweden, Frankreich, Israel und Großbritannien produzieren sie.

Insbesondere MANPADS aus Russland, China und den Vereinigten Staaten werden in viele Länder geliefert. Auch der kürzlich gestürzte libysche Diktator Muammar Ghaddafi lagerte mehrere zehntausend solcher Waffen in seinen Arsenalen.

Wie werden sie verwendet?

MANPADS sind höchst wirkungsvolle Waffen gegen sich langsam bewegende Flugzeuge, wie Hubschrauber, Passagier- oder Frachtflugzeuge, während für ihre Effizienz gegen Kampfflugzeuge kaum belegt ist. Aus diesem Grund sind sie eher effektive Waffen für Terroristen denn Kriegswaffen. so war die erste aufgezeichnete „erfolgreiche“ Anwendung von MANPADS der Abschuss eines rhodesischen Passagierflugzeuges im Jahr 1978 durch Mitglieder der paramilitärischen Befreiungsbewegung ZANU (Zimbabwe African National Union  - Afrikanische Nationalunion von Simbabwe). Seitdem gab es einige zum Teil erfolgreiche Versuche Passagierflugzeuge mit MANPADS zu treffen. Es gibt keine verlässlichen Aufzeichnungen darüber, dass Kampfflugzeuge von MANPADS zerstört wurden, sondern nur einzelne Berichte, dass Flugzeuge (in Afghanistan und in den Anden) von ihnen beschädigt oder sogar abgeschossen worden seien.

Welche Gefahren gehen von ihnen aus?

Da MANPADS relativ kleine Waffen mit potentiell enormen Auswirkungen sind – sei es in Bezug auf Todesopfer beim Abschuss von zivilen Verkehrsmaschinen oder auch wegen hoher Materialschäden - spielen sie bei asymmetrischer Kriegsführung und terroristischen Anschlägen eine maßgebliche Rolle. Die Bedrohung der zivilen Luftfahrt durch MANPADS gilt als extrem hoch und wird von Piloten, Fluggesellschaften und zivilen Luftfahrtbehörden sehr ernst genommen.

Deshalb erwägen eine Reihe von Ländern Gegenmaßnahmen bzw. sind bereits dabei, diese zu installieren. Sie schließen die Verwendung von Laserstrahlen, die das Leitsystem der Raketen blenden oder von Täuschkörpern, die sie mit Infrarotstrahlen irreführen, ein.

Was kann man gegen MANPADS tun?

Sicherlich kann der Bedrohung durch MANPADS am besten auf gesetzgeberischem, politischem oder  diplomatischem Wege begegnet werden. Die Technologie der MANPADS ist komplex, und eine Regulierung des Handels mit ihren Komponenten wie auch mit den Raketensystemen selbst bietet die Chance, die weltweite Bedrohung durch MANPADS zu verringern. Die Bundesregierung wie auch z.B. Vereinigten Staaten versuchen MANPADS in Nachkonfliktländern zu bergen und zu zerstören. Manche Staaten, wie Kasachstan und Libyen, haben zugestimmt, MANPADS zu zerstören und ihre  Bestände zu verringern, um so auch die Gefahr, dass gestohlene oder verlorene MANPADS in die Hände von Terroristen gelangen, zu reduzieren.

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