A U.S. Army tank drives through smoke from another tank, which was disabled during a four-hour running gun battle with insurgents in Mosul, Iraq Saturday Feb. 12, 2005
Themenmodul

Krieg und Gewaltkonflikte

Die BICC Konfliktmatrix


BICC 09/2011

Warum werden Kriege eigentlich geführt? Viele Menschen sind schnell bei der Hand irgendein angebliches Grundübel zu identifizieren, das ganz allein für alle Gewaltkonflikte der Gegenwart und der Vergangenheit verantwortlich ist – sei es die Religion, der Kapitalismus oder die angeblich streitlustige, bösartige und habgierige Natur des Menschen. Derartig verkürzte Aussagen werden der Komplexität der Sache meist nicht gerecht. Denn eine einfache Antwort auf die Frage nach der Ursache von Kriegen gibt es nicht. Gewaltkonflikte können viele Gründe haben. Wahrscheinlich gab es in der Geschichte der Menschheit noch keinen einzigen Krieg, der sich auf nur eine einzige Ursache zurückführen ließ. Die Faktoren, welche eine Gruppe plötzlich dazu veranlassen, ihre Ziele mittels direkter Gewalt gegen eine andere Gruppe durchzusetzen, sind sowohl vielfältig als auch vielschichtig.

Um diese Beobachtung zu untermauern hat das BICC eine übersichtliche Matrix entwickelt, die die verschiedenen Überlegungen und Thesen zu Kriegsursachen systematisch anordnet. Die Matrix beruht auf einem qualitativen Kriegsverständnis, das die kollektive Anwendung physischer Gewalt als Prozess begreift. Kausale Erklärungen für den Ausbruch von Kriegen werden demnach ihrem Inhalt nach einer logischen  Stufenfolge unterschiedlicher Ursachenkategorien zugeordnet.


 
Politik
Ökonomie
Kultur
Militär
Umwelt
Widerspruch

Ältere politikwissenschaftliche Texte führen Kriege häufig auf politische Differenzen zwischen verschiedenen Staaten – oder organisierten Gruppen – zurück. Gemäß der berühmten Definition des preußischen Generals Carl von Clausewitz (1780 bis 1831) wird der Krieg als eine „bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ begriffen. Der genaue politische Gegenstand, um den dabei gestritten wird, kann freilich variieren. Eine Möglichkeit ist der sogenannte Territorialkonflikt, meist zwischen zwei oder mehreren Staaten, bei dem es um die Eroberung eines bestimmten Gebietes bzw. um das Verschieben einer Landesgrenze in die eine oder andere Richtung geht. Das Konfliktbarometer des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung zählte 2010 immerhin 58 derartiger Auseinandersetzungen.

Konflikte innerhalb von Staaten (sog. Bürgerkriege) drehen sich oft um Fragen der politischen Selbstbestimmung, also beispielsweise um die Unabhängigkeit einer bestimmten Bevölkerungsgruppe vom Rest des Landes (Sezessionskriege).

Wiederum andere politische Differenzen führen zum Wettstreit unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen, so zum Beispiel während des Kalten Krieges, welcher die Idee des Kommunismus einer liberal-demokratisch geprägten Marktwirtschaft gegenüberstellte. Derlei Ideologie- oder Systemkonflikte existieren selbst zwanzig Jahre nach Ende des Ost-West-Konflikts, wenngleich unter veränderten Vorzeichen. Laut Heidelberger Konfliktbarometer 2010 stellen sie sogar den weltweit häufigsten Streitgegenstand dar (117 Fälle).

Für den russischen Revolutionär Wladimir I. Lenin (1870 bis 1924) gab es einen „unabänderlichen Zusammenhang“ zwischen „Kriegen“ und dem „Kampf der Klassen im Innern eines Landes“. Ohne die Klassen abzuschaffen ließen sich auch Kriege nicht beseitigen. Gewaltkonflikte werden in dieser Vorstellung immer von bestimmten Klasseninteressen angeleitet. Ein von Lenin wie auch anderen Marxisten als gerecht und notwendig empfundener Gewaltkonflikt ist dabei der „Befreiungs“- oder auch „Revolutionskrieg“ – der Krieg der „unterdrückten Klasse gegen die unterdrückende Klasse, der Sklaven gegen die Sklavenhalter, der leibeigenen Bauern gegen die Gutsbesitzer, der Lohnarbeiter gegen die Bourgeoisie“.

Auch jenseits kommunistischer Weltanschauungen lässt es sich kaum leugnen, dass Klassenunterschiede soziales Konfliktpotenzial in sich bergen. Je größer die soziale Schere, also je ungerechter Wohlstand verteilt ist, desto größer das Risiko eines Auseinanderbrechens der Gesellschaft. Der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Amartya K. Sen formulierte es so: „Die Beziehung von Ungleichheit und Rebellion ist tatsächlich sehr eng und wechselseitig“.

Kulturelle Vielfalt prägt das Bild unserer Welt. Menschen haben unterschiedliche religiöse Vorstellungen, sie fühlen sich unterschiedlichen ethnischen Gemeinschaften zugehörig, lassen sich von verschiedenen Werte- und Normvorstellungen leiten, variieren ebenso in ihren sexuellen wie kulinarischen Vorlieben.

Nach dem US-amerikanischen Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington (1927 bis 2008) führen derlei Unterschiede auf der globalen Makro-Ebene unweigerlich zu einem „Kampf der Kulturen“. In seiner umstrittenen, aber in der Politik noch oft herangezogenen These behauptet Huntington, dass die Konfliktlinien der Zukunft vor allem entlang kultureller statt politischer oder ökonomischer Grenzen verlaufen werden.

Diesem Ansatz widerspricht unter anderem der Politikwissenschaftler Harald Müller in seinem Gegenentwurf „Das Zusammenleben der Kulturen“. In diesem betrachtet er Kultur als Konfliktursache als nachrangig und erachtet die Rolle ethnischer und innergesellschaftlicher Spannungen für moderne Konflikte als bedeutsamer. In seinen Ausführungen widerlegt er die von Huntington definierten starren homogenen kulturellen Blöcke und verweist auf das Vermischen von „Kulturen“ durch die intensiveren wirtschaftlichen und kommunikativen Verflechtungen in Zeiten der Globalisierung.

Staaten unterscheiden sich ganz erheblich in ihren militärischen Kapazitäten. Während viele westliche Staaten sich die neueste Waffentechnik auf internationalen Rüstungsmärkten besorgen können, sind die Streitkräfte ärmerer Staaten teils noch immer mit Kriegsgerät aus den 1950er Jahren oder sogar der Zeit des Zweiten Weltkriegs ausgerüstet. Tatsächlich entfallen derzeit mehr als die Hälfte aller weltweiten Militärausgaben auf die Vereinigten Staaten von Amerika.

Die militärische Schere zwischen Ländern beruht dabei nicht allein auf absoluten Unterschieden. Der Globale Militarisierungsindex (GMI) des BICC zeigt, dass auch im Verhältnis zu ihrer jeweiligen Größe und Wirtschaftsleistung einige Staaten eher wenig, andere wiederum sehr viele Ressourcen in den Militärsektor investieren. Auffällig ist dabei die geographische Verteilung: einige Regionen, wie etwa Westeuropa sowie Teile Subsahara-Afrikas und Lateinamerikas, sind verhältnismäßig schwach militarisiert. Stark militarisierte Staaten finden sich wiederum in regionalen Bündeln, so vor allem im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Teilen von Süd- und Südostasien.

Die Kriege der Zukunft, so prognostizieren einige Experten, werden um Wasser geführt werden. Tatsächlich ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser auf der Welt höchst unterschiedlich verteilt. Ganz besonders leiden jene Regionen unter Wassermangel, die über geringe natürliche Wasserreserven verfügen, in denen die Nachfrage das Angebot übersteigt und die gleichzeitig sehr arm sind. Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass mehr als eine Milliarde Menschen keine Möglichkeit haben, regelmäßig an sauberes Wasser heranzukommen, vor allem in den trockenen Gegenden Afrikas und Teilen Südasiens, wo die Aufnahme verschmutzten Wassers zu den Hauptursachen von tödlichen Seuchen und vielen anderen Krankheiten zählt. Wasserknappheit herrscht zwar beispielsweise auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Doch hat das Land genug Geld, um begrünte Golfanlagen und künstliche Gärten in der Wüste anzulegen – um den Preis eines, auch im Vergleich zu wasserreichen Ländern, extrem hohen Wasserverbrauchs pro Kopf.

Aber auch unabhängig von der geographischen Lage wird der Zugriff auf Trinkwasser zum Privileg einer reichen Elite. Dieser Dynamik leistet nicht zuletzt auch der zur Privatisierung von Wasser Vorschub.

Neben Wasser kann auch die Verteilung anderer knapper Rohstoffe die strukturelle Basis von Konflikten bilden. So stellt der Zugang und die Kontrolle von Erdölvorkommen schon heute oft eine Ursache von Gewaltkonflikten dar. Vor dem Hintergrund einer stetig steigenden Nachfrage nach Erdöl, global begrenzten Reserven und der Tatsache, dass das globale Fördermaximum bereits erreicht zu sein scheint, gewinnen diesbezügliche Konfliktszenarien an Bedeutung. Erbitterte Konflikte um den Zugang zu den letzten Quellen des „schwarzen Goldes“ werden nach Meinung einiger Forscher die Kriege der Zukunft auslösen – wenn sie es nicht bereits jetzt schon vielerorts tun.

Motivationen

Politische Differenzen münden nicht zwangsläufig in gewaltsamen Konflikten. In einer Demokratie ist eine Vielzahl unterschiedlicher, teils widersprüchlicher politischer Ansichten ganz normal – und sogar erstrebenswert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es aber dazu kommen, dass die eine Gruppe sich dazu entscheidet, ihre politischen Interessen mit Gewalt durchzusetzen – sprich: „den Gegner zur Erfüllung [ihres] Willens zu zwingen“, wie es Clausewitz einst formuliert hat. Anstatt auf diplomatische Verhandlungen zu setzen, könnte ein Staat beispielsweise einfach mit seinen Streitkräften über die Grenze marschieren und sich das umstrittene Territorium gewaltsam aneignen.

Ebenso könnte eine politisch motivierte Gruppe innerhalb eines Staates das Vertrauen in die Möglichkeit friedlicher Wandlungsprozesse verlieren und stattdessen zu den Waffen greifen, um ihr Ziel zu verwirklichen – sei es die politische Unabhängigkeit oder die Errichtung einer neuen Gesellschaftsordnung.

Habgier, so wussten bereits antike Philosophen, kann eine zentrale Triebfeder kriegerischer Gewalt sein. In der Vergangenheit betonten vor allem marxistisch geprägte Kriegstheorien das Streben nach Gewinnmaximierung als wichtigste Handlungsmotivation sogenannter „imperialistischer“ Kriege. Nach Ende des Ost-West-Konflikts hat dieser Gedanke auch in den politikwissenschaftlichen Mainstream Einzug gehalten, insbesondere in die Diskussion um die vermeintlich „neuen“ Kriege der Gegenwart. Deren vornehmliche Wesensmerkmale seien nämlich zum einen das Hervortreten nicht staatlicher Gewaltakteure wie „Warlords“, Söldner und private Militärfirmen sowie zum anderen die Ablösung politischer Ziele und Motivationen durch rein wirtschaftsorientierte Handlungslogiken.

In diesen „Bürgerkriegsökonomien“ ist der Einsatz kriegerischer Gewalt entweder ein reines Akkumulationsinstrument – oder er wird gar selbst zur Ware. In Anspielung an die Kriegsdefinition von Clausewitz beschreibt der Politologie Herfried Münkler die „neuen“ Kriege denn auch als die „Fortsetzung des Beutemachens mit anderen Mitteln“. Empirisch unterstützt wurde diese Auffassung durch eine quantitative, methodisch allerdings umstrittene Studie, welche die Ökonomen Paul Collier und Anke Hoeffler 2004 für die Weltbank verfassten.

Der These vom „Kampf der Kulturen“ lässt sich entgegenhalten, dass Konflikte nicht aus den kulturellen Unterschieden selbst erwachsen, sondern vielmehr eine Folge davon sind, wie diese Unterschiede von bestimmten Gruppen wahrgenommen und interpretiert werden.

Die Identifizierung des „Anderen“, so legen einige Theorien nahe, ist auch eine Voraussetzung dafür, sich selbst als Mitglied einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe zu erkennen. Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Benedict Anderson bezeichnete derartige Gruppen deshalb als „vorgestellte Gemeinschaften“ (imagined communities). So sind zum Beispiel Nationalstaaten keinesfalls „natürliche“ Subjekte, sondern soziale Konstruktionen, die immer einer Strategie der Abgrenzung von Anderen bedürfen.

Kulturelle Vielfältigkeit kann – und wird – häufig als Bereicherung empfunden. Die Wahrnehmung des „Anderen“ kann aber ebenso zu gesellschaftlichen Spannungen führen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine normative Gewichtung vorgenommen wird. Mit Bezug zu einer absoluten Referenzgröße wird die eigene Position über die jeweils andere erhoben.

Ein Beispiel ist der Anspruch monotheistischer Religionen, sich im alleinigen Besitz der einzigen Wahrheit zu befinden glauben – eine Vorstellung, die sich in einer langen Geschichte blutiger Kreuzzüge gegen „Ungläubige“ austobte (und in vielen Gegenden noch weiterhin austobt). Rassistische Weltanschauungen, die bestimmte Menschengruppen ob ihrer Hautfarbe und/oder ihres kulturellen Habitus als minderwertig einstufen, funktionieren nach einem ganz ähnlichen Schema. Immer ist das „Andere“ das Spiegelbild, in dem sich die vermeintliche Überlegenheit des eigenen Selbst erkennt.

Der vor allem wegen seines Engagements für den Nationalsozialismus umstrittene, dennoch aber als „Klassiker des politischen Denkens“ bezeichnete (vgl. Münkler 2005) deutsche Staatsrechtler und Philosoph Carl Schmitt (1888 bis1985) sah in eben dieser konstitutiven Differenzierung zwischen „Freund“ und „Feind“ die eigentliche Geburtsstunde des Politischen. In einigen Fällen erscheint das „Andere“ dabei in Gestalt einer elementaren Gefahr, die es zu beseitigen gilt – und paradoxerweise somit gleichzeitig als Garant und Bedrohung des eigenen Selbstbildes.

Oft fühlen sich Staaten durch die militärische Überlegenheit anderer Staaten bedroht. Sie reagieren auf diese Bedrohungswahrnehmung in der Regel damit, dass sie ihrerseits aufrüsten, also ihre Militärkapazitäten denen ihrer Rivalen angleichen oder sie sogar übertreffen. Der Rivale wiederum wird in aller Wahrscheinlichkeit nach seinerseits mit erneuten Rüstungsanstrengungen antworten.

Der US-amerikanische Politologe John H. Herz hat diese Dynamik einmal als ein „Sicherheitsdilemma“ beschrieben. Das heißt: das Bemühen um mehr Sicherheit für einen Akteur führt in Wirklichkeit zu mehr Unsicherheit für alle beteiligten Akteure. Der bekannte Teufelskreis eines Rüstungswettlaufs entsteht. Für den deutschen Philosophen Immanuel Kant (1724 bis 1804) war bereits dieser Zustand ein Krieg: denn der „Krieg“ zeigt sich nicht allein im „Ausbruch von Feindseligkeit“, sondern bereits in der „immerwährenden Bedrohung mit derselben“, sprich: in der „Bereitschaft, immer [zum Krieg] gerüstet zu erscheinen“.

Ziel eines Krieges kann es auch sein, die Rüstungsbemühungen eines anderen Staates zu bremsen. So war es unter anderem beim US-amerikanischen Angriff gegen den Irak im Frühjahr 2003, der damit begründet wurde, angebliche Massenvernichtungswaffen zu zerstören bzw. den Bau weiterer Waffen zu verhindern.

Je knapper eine Ressource wird – und je lebenswichtiger sie ist – umso eher werden Gruppen Gewalt einsetzen, um an sie heranzukommen. Dennoch muss Konkurrenz um den Zugriff auf knappe natürliche Ressourcen, ob Wasser oder Erdöl, nicht zwangsläufig in gewaltsamen Auseinandersetzungen oder gar Kriegen münden.

Gerade Wasserkonflikte, so haben einige Studien gezeigt, können auf ganz friedlichem Wege beigelegt werden, wenn sich die Konfliktparteien miteinander arrangieren und genau klären, wem, wann und wie viel des begehrten Rohstoffs zusteht. Dies setzt aber freilich ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen sowie die grundsätzliche Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, voraus. Werden diese Voraussetzungen durch andere Faktoren behindert, zum Beispiel durch ein kulturell-historisch geprägtes Misstrauen in eine andere ethnische Gruppe, erschwert dies in der Regel auch eine gewaltfreie Lösung des Konflikts. Eine Partei könnte dann die alleinige Besitznahme des fraglichen Gutes für sich beanspruchen. Im extremsten Fall könnte sie gar durch das zusätzliche Ziel angespornt sein, der gegnerischen Partei jeglichen Zugriff auf die umstrittene Ressource zu verwehren.

Katalysatoren
vor
Gewaltausbruch

Die Entscheidung, ein Anliegen mit gewaltsamen Mitteln durchsetzen zu wollen, kann unterschiedlich begründet sein. Dabei spielen auch politische Katalysatoren eine Rolle. Ein Faktor mag das Gefühl sein, aus friedlichen Entscheidungsabläufen ausgeschlossen zu werden, also nicht an der gesellschaftlichen Willensbildung teilhaben zu können. Dies ist tendenziell sicher eher in autokratisch regierten Staaten als in Demokratien der Fall. Aber auch demokratischen Staaten ist politisch motivierte Gewalt nicht fremd, gerade dann, wenn das zu verwirklichende Ziel von Minderheiten vertreten und deshalb als nicht mehrheitsfähig empfunden wird.

Besonders oft sind politische Umbruchphasen, wie beispielsweise der Wechsel von autokratischen zu demokratischen Strukturen, durch Gewaltkonflikte gekennzeichnet. Politische Macht und Ressourcen werden neu verteilt, gleichzeitig fallen viele Regeln und Regelinstanzen dauerhaft oder vorübergehend aus.

In ganz extremen Fällen ist schließlich auch die Abwesenheit einer funktionieren politischen Ordnung, wie wir sie in den sogenannten „gescheiterten“ oder „zerfallenden“ Staaten vorfinden, ein möglicher Katalysator für gewaltsames Handeln. Der englische Philosoph Thomas Hobbes (1588-1679) schrieb bereits im Jahr 1651, dass die Menschen einen übergeordneten, allmächtigen Souverän bräuchten, um ihre streitlustige Natur im Zaum zu halten. Ohne eine solche Instanz, so Hobbes, sei das Leben „einsam, armselig, ekelhaft, brutal und kurz“.

Soziale und demographische Faktoren können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es zum Ausbruch von Gewalt kommt. Häufig geht das Unruhepotential von konfliktträchtigen Ländern auf das Konto von modernisierungsresistenten Diktaturen und maroden Bildungssystemen. Große Armut gekoppelt mit fehlender Entwicklungs- bzw. Lebensperspektive mündet nicht selten in Verzweiflung, die jedes Mittel recht erscheinen lässt. Wer nichts mehr zu verlieren hat, wird gegebenenfalls dazu neigen, für die Verwirklichung seiner Ziele – seien sie politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Art – alles in Kauf zu nehmen, auch den Verlust des eigenen Lebens. Umgekehrt sinkt das Kriegsrisiko, wenn der Bildungsgrad steigt und Frauen einen besseren Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe bekommen.

In Staaten, in denen sich den Menschen keine wirtschaftlichen und individuellen Entfaltungsmöglichkeiten bieten, scheint der Jugendanteil einer Gesellschaft ein demographischer Stressfaktor zu sein, der zum Ausbruch von Gewalt beitragen kann. In der Wissenschaft wird der Überschuss von Jugendlichen in der Bevölkerung als youth buldge bezeichnet. In Deutschland wurde die These erstmals 2003 von Heinsohn dargestellt. Dessen Darlegung eines „Positionenmangels“ in der Gesellschaft, welcher sich durch Krieg und Gewalt abbauen ließe, ist jedoch inzwischen empirisch widerlegt und stark umstritten. Ungeachtet dessen wird diese These immer noch häufig herangezogen.

Manchmal beeinflussen kulturelle Faktoren die Entscheidung, einen Konflikt gewaltsam austragen zu wollen. Gewalttätige Selbsthilfe oder „Blutrache“ stellt in manchen Gegenden eine gesellschaftlich akzeptierte Konfliktlösungspraxis dar. Die wichtige Frage ist, ob und inwiefern eine bestimmte Gemeinschaft den Einsatz von Gewaltmitteln als ein legitimes Mittel gesellschaftlicher Interaktion begreift.

1970 prägte der amerikanische Historiker Richard Hofstadter den Begriff der „Waffenkultur“, um eine Gesellschaft zu beschreiben, die wichtige Aspekte ihrer kollektiven Identität aus einer tiefen inneren Verbundenheit mit Waffen bzw. dem Besitz von Waffen herleitet.

Neben einer verbreiteten Affinität zu Waffen kann auch die Kulturpraxis der Dämonisierung oder „Entmenschlichung“ des Gegners dazu beitragen, die Hemmschwelle zur Anwendung von Gewalt zu senken.

Manchmal halten sich die militärischen Kapazitäten rivalisierender Staaten oder Gruppen die Waage. In diesen Fällen kann es dazu kommen, dass es keine Konfliktpartei wagt, die andere anzugreifen, da die zu befürchtenden eigenen Verluste in keinem angemessenenVerhältnis zu den erwarteten Gewinnen stehen. Ein extremes Beispiel für solch eine gegenseitige Abschreckung ist das Konzept der mutually assured destruction (kurz: MAD), also der garantierten beidseitigen Vernichtung, das die atomaren Supermächte während des Kalten Krieges in Schach hielt.

Fühlt sich eine Konfliktpartei einem Gegner hingegen militärisch klar überlegen (ob nun zu Recht oder zu Unrecht), dann ist ihre Bereitschaft, es auf einen offenen Schlagabtausch ankommen zu lassen, womöglich ungleich größer.

Alles in allem lässt sich also feststellen, dass eine Konfliktpartei eher einen Krieg anzetteln wird, wenn sie sich militärisch dazu in der Lage wähnt, ihn – bei relativ geringen eigenen Verlusten – zu gewinnen. Die technische Fähigkeit der Vereinigten Staaten, Gewalt über große Entfernungen und bei minimalen eigenen Verlusten auszuüben, spielt wahrscheinlich eine große Rolle bei der Entscheidung, dies auch zu tun.

1993 prägte der englische Geograph Richard Auty den Begriff des „Ressourcenfluchs“ (resource curse), der auf das häufige Zusammenfallen eines Reichtums an natürlichen Ressourcen einerseits sowie eines geringen Wirtschaftswachstums und bewaffneten Konflikten andererseits hinweist. Eine These dabei ist, dass eine hohe wirtschaftliche Abhängigkeit vom Export unverarbeiteter Rohstoffe zur Herausbildung korrupter und klientelistischer politischer Strukturen führen kann, die wiederum große gesellschaftliche Armut in Kauf nehmen bzw. diese erst hervorrufen.

In einem solchen Fall würde die Ausbeutung natürlicher Rohstoffe also sowohl politische wie auch sozioökonomische Katalysatoren befeuern, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Konflikt gewaltsam ausgetragen wird. Zwölf der zwanzig mineralienreichsten Länder der Welt gelten nach Kriterien der Weltbank als extrem unterentwickelt, gekennzeichnet durch hohe Verschuldung, grassierende Korruption und große Armut. In vier dieser Länder (Sierra Leone, Liberia, Demokratische Republik Kongo, Angola) gab es in den letzten 15 Jahren einen oder mehrere schwere Gewaltkonflikte.

Auslöser

Der tatsächlichen Überschreitung der Schwelle zur systematischen Gewaltanwendung geht häufig ein singulärer politischer Vorfall voraus. Solche sogenannten Auslöserereignisse (trigger events) müssen von den strukturellen Konfliktursachen wie auch von den mobilisierenden Faktoren unterschieden werden. Ein Auslöserereignis komprimiert alle anderen Faktoren in einem zeitlich klar bestimmbaren Augenblick, welcher gleichsam als Referenz- und Legitimationspunkt für den darauf folgenden Waffeneinsatz dient.

In der Geschichte vergangener Kriege und Konflikte finden sich viele Beispiele für politische Auslöserereignisse. Am berühmtesten ist sicherlich das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Aber auch der unerwartete Abschuss des Flugzeuges mit dem ruandischen Präsidenten Habyarimana einen Tag vor Ausbruch des Völkermords 1994 kann dazu gezählt werden.

Neben politischen Attentaten lösen auch Wahlen bzw. das Verkünden von Wahlergebnissen immer wieder Gewaltkonflikte aus. Ein Beispiel aus jüngerer Zeit sind die teils gewaltsamen Proteste in Folge der (vermutlich manipulierten) iranischen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009.

Sozioökonomische Faktoren wie Ungleichheit und Armut mögen strukturelle Ursachen und mobilisierende Katalysatoren für Gewaltkonflikte sein. Den genauen Zeitpunkt des Gewaltausbruchs bestimmen sie hingegen nicht. Auch hier könnten jedoch ökonomische Faktoren eine Rolle spielen. So haben zum Beispiel einige Studien argumentiert, dass sich der unmittelbare Auslöser interner Gewaltkonflikte manchmal auf plötzliche Preisschwankungen für Exportprodukte auf dem Weltmarkt zurückführen lässt. Gerade in stark exportabhängigen und auf wenige Produktionsgüter fixierten Ländern kann ein Preissturz schwere und unerwartete Einkommenseinbrüche bedingen, die weite Teile der Gesellschaft betreffen und zu einem gewaltsamen Ausbruch lang schwelender Konflikte führen.

Ereignisse kultureller Art können den Zeitpunkt bestimmen, wann es zum Ausbruch von Gewalt kommt. Häufig ist es die Wahrnehmung der Entweihung oder Schändung bekannter Symbole, die mit religiöser Bedeutung aufgeladen sind. Das vielleicht beste Beispiel aus der jüngeren Geschichte ist wohl der sogenannte „Karikaturenstreit“. Nachdem eine dänische Tageszeitung im September 2005 mehrere Karikaturen abgedruckt hatte, die den islamischen Propheten Mohammed zum Thema hatten, kam es in der muslimischen Welt zu erheblichen, teils gewaltsamen Protesten. Skandinavische Botschaften wurden attackiert und über 100 Menschen starben im Zuge der Auseinandersetzungen.

Aber nicht nur religiöse Empfindungen, sondern auch ganz profane – und vermeintlich harmlose – kulturelle Ereignisse können der Auslöser für Gewaltkonflikte sein. Beispiel hierfür ist der sogenannte „Fußballkrieg“ zwischen El Salvador und Honduras im Sommer 1969, der durch ein Qualifikationsspiel der beiden Länder für die Fußball-Weltmeisterschaft ausgelöst wurde.

Der deutlichste und unmittelbarste Auslöser für einen Krieg ist natürlich ein direkter militärischer Angriff. Daneben gibt es jedoch auch Beispiele, bei denen ein Staat vortäuscht angegriffen worden zu sein, um sein eigenes kriegerisches Handeln zu rechtfertigen bzw. einen Krieg zu beginnen - etwa,– wie bei dem deutschen Angriff auf Polen im September 1939 („Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen!“).

Kriegerischen Akten liegt oft eine immanente Eskalationsdynamik zugrunde, die nach dem Prinzip der Kettenreaktion funktioniert. Was als ein kleines Scharmützel beginnt, provoziert eine Gegenmaßnahme, die wiederum mit vermehrter Gewalt beantwortet wird. So besteht zum Beispiel die reale Gefahr, dass die regelmäßigen militärischen Schlagabtausche zwischen Nord- und Südkorea, obgleich im Umfang noch begrenzt, jederzeit zu einem größeren Gewaltkonflikt – sprich: Krieg – ausufern könnten.

Schließlich können auch Menschenrechtsverbrechen, die der Militär- und/oder Sicherheitsapparat eines Staates im Inneren verübt, einen Krieg auslösen, zum Beispiel dann, wenn sich andere Staaten einmischen. So stand am Anfang der kriegerischen Auseinandersetzungen 2011 in Libyen die „humanitäre Intervention“ der NATO nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrates.

Plötzliche Umweltkatastrophen wie Dürren, Fluten, Erdbeben oder Vulkanausbrüche können nicht nur in ihren unmittelbaren Auswirkungen katastrophale Schäden für die betroffenen Menschen verursachen. Durch die in der Regel damit einhergehenden gesellschaftlichen Umwälzungen werden manchmal auch Gewaltkonflikte ausgelöst, zum Beispiel wenn Gruppen beginnen, um nunmehr knappe Ressourcen zu streiten.

Mit einer Mitte 2011 veröffentlichten Studie stießen Geographen der US-amerikanischen Columbia State University die kontrovers geführte Debatte an, dass plötzliche Klimaschwankungen – hervorgerufen durch das sogenannte El-Niño-Phänomen (ungewöhnliche, nicht zyklische, veränderte Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System des äquatorialen Pazifiks) – einen entscheidenden Einfluss auf den Ausbruch von Bürgerkriegen ausüben. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass es über die letzten 60 Jahre durchschnittlich doppelt so viele Kriege in jenen Jahren gab, in denen das El-Niño-Phänomen auftrat.

Auch das so berühmte wie verheerende Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755 hatte weitreichende politische Konsequenzen, nicht zuletzt indem es den Beginn des organisierten Widerstands der einfachen Bevölkerung gegen die Aristokratie markierte. Ebenso geht der Ausbruch des Bürgerkriegs in Ost-Pakistan 1970, der schließlich zur Gründung des Staates Bangladesch führte, auf einen Taifun zurück, der weite Teile des Landes in Mitleidenschaft gezogen hatte.

Katalysatoren
nach
Gewaltausbruch

Ist ein Krieg erst einmal ausgebrochen, kann sein Verlauf durch viele politische Dynamiken beeinflusst werden, zum Beispiel durch Verschiebungen innerhalb einer Konfliktpartei. Als etwa in Spanien 2004 eine sozialistische Partei in die Regierung gewählt wurde, löste sie umgehend ihr Wahlversprechen ein, trat aus der „Allianz der Willigen“ aus und zog alle spanischen Soldaten aus dem Irak-Krieg ab.

Politische Verhandlungen zwischen zwei oder mehreren Konfliktparteien können ebenso einen entscheidenden Einfluss auf den weiteren Kriegsverlauf ausüben. Je nach den militärischen, menschlichen oder wirtschaftlichen Verlusten, die eine beteiligte Partei erlitten hat, könnte sie sich dazu entscheiden, von ihren bisherigen Zielen abzuweichen und stattdessen eine Kompromisslösung anstreben. Am Ende derartiger Prozesse mag ein zeitlich befristeter Waffenstillstand, manchmal sogar ein umfassendes Friedensabkommen stehen.

Schließlich kann auch externer diplomatischer Druck auf die Konfliktparteien, zum Beispiel durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, eine Rolle bei der Beendigung von Kriegen spielen.

Um einen Krieg zu führen braucht es finanzielle und personelle Ressourcen. Je mehr Geld, Waffen und Soldaten einer Konfliktpartei zur Verfügung stehen, desto länger kann sie die Auseinandersetzung durchstehen – und desto mehr potenzielle Zerstörung kann sie verursachen. Die Verfügbarkeit bestimmter Ressourcen wird also einen entscheidenden Einfluss auf den weiteren Konfliktverlauf ausüben. Gehen die Mittel zur Neige, dann ist auch mit einem baldigen Ende des Krieges zu rechnen. Die Konfliktintensität kann wiederum zunehmen, wenn eine Konfliktpartei plötzlich Zugriff auf mehr Ressourcen erlangt.

Gewaltakteuren stehen verschiedene Möglichkeiten offen, um an nötige Ressourcen heranzukommen. Wenn sie rohstoffreiche Gebiete kontrollieren, können sie die Rohstoffe abbauen und entweder direkt auf internationalen Märkten verkaufen oder Abgaben von lokalen Händlern erheben. Ein Beispiel sind die sogenannten „Blutdiamanten“.

Manchmal erhalten Konfliktparteien auch finanzielle Unterstützung durch externe Akteure wie Staaten, Organisationen oder Einzelpersonen, die mit ihren Zielen sympathisieren. Berechnungen, denen zu Folge das Risiko eines Gewaltkonflikts in einem direkten Zusammenhang mit der proportionalen Größe der Diasporagruppen der beteiligten Seiten steht, sind jedoch methodisch umstritten. Wie eine Studie des BICC feststellt, bestehen Diasporagruppen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure, die potenziell sowohl Gewalt als auch friedensfördernde Maßnahmen in ihren Heimatländern unterstützen können.

Umgekehrt zielen viele Kriegsbeendigungsstrategien darauf ab, Gewaltakteure vom nötigen Zugriff auf Ressourcen abzuschneiden. Dies geschieht zum Beispiel durch Wirtschaftssanktionen, wie sie der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) verfügen kann. Diese können entweder umfassend sein oder nur ein bestimmtes Exportgut abzielen. In den Jahren 2000 und 2001 verhängten die UN zum Beispiel Diamantenembargos gegen Sierra Leone und Liberia, um die Bürgerkriege dort zu beenden.

Der Verlauf von Kriegen oder Gewaltkonflikten wird nicht allein von den materiellen und personellen Ressourcen beeinflusst, welche den Konfliktparteien zur Verfügung stehen. Wie bereits Clausewitz im zweiten Teil seines berühmten Werkes „Vom Kriege“ (1833) vermerkte, sind die „Leistungen des Heeres […] verschieden, je nachdem Gewohnheit, kriegerischer Geist, Vertrauen und Liebe zum Feldherrn oder Enthusiasmus für die Sache des Vaterlandes den Willen und die Kräfte des Soldaten unterstützen“. Es ist unter anderem die Moral der jeweiligen Kombattanten, ihre innere Verfasstheit und Bereitschaft, Gewalt einzusetzen und dabei eigene Risiken in Kauf zu nehmen, die den Fortgang eines Krieges möglicherweise entscheidend prägen kann.

Ähnliche Faktoren spielen auch auf der politischen Ebene eine Rolle. Der Politologe Herfried Münkler unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen „heroischen“ und „post-heroischen“ Gesellschaften. Letztere zeichnen sich, laut Münkler, durch eine vergleichsweise sehr viel geringere Bereitschaft aus, die Erbringung eigener Opfer in Kriegen zu akzeptieren.

Kein Krieg ohne die dazu nötigen Tötungsinstrumente: Waffen und Munition. Abhängig von der Anzahl der Panzer, Gewehre, Kriegsschiffe, Bomben usw., welche den Konfliktparteien zur Verfügung stehen, werden sich die Intensität und das Ausmaß der Gewaltanwendung womöglich anders darstellen.

Waffenembargos gegen Kriegsparteien, wie sie zum Beispiel von den Vereinten Nationen (UN) oder der Europäischen Union gegen Libyen oder die Demokratische Republik Kongo verhängt werden, zielen deshalb vor allem darauf ab, den Grad der Gewalt im Zielland einzudämmen – und den Krieg im besten Falle ganz zu beenden.

Schließlich spielt natürlich auch die Art der eingesetzten Waffen eine Rolle: überspitzt formuliert würde ein mit Atombomben geführter Krieg völlig andere Folgen zeigen als einer, der lediglich mit Speeren und Steinschleudern geführt würde.

Die Ausbeutung und der Verkauf von „Blutdiamanten“ und anderer natürlicher Ressourcen ist häufig eine wichtige Voraussetzung dafür, die weitere Finanzierung von Kriegen zu gewährleisten. Somit beeinflusst die Verfügbarkeit von Rohstoffen also die Fähigkeit einer Konfliktpartei, organisierte Gewalt in systematischer Art und Weise einzusetzen.

Neben dem Vorkommen und vor allem dem Zugang zu natürlichen Rohstoffen sind auch Umweltbedingungen wie zum Beispiel Klima –oder Wetterverhältnisse als „Umweltkatalysatoren“ sicherlich ein nicht zu unterschätzender Faktor für Kriegsverläufe. Die Niederlage Napoleons gegen Russland im Jahr 1812 wird zum Beispiel vielfach auf den hereinbrechenden Winter zurückgeführt.

Neben Wetter spielt auch die Geländebeschaffenheit eines Kriegsgebiets eine Rolle. In den 1980er Jahren hatten die sowjetischen Panzer hatten in den unwegsamen Gebirgen Afghanistans den Mudschaheddin nur wenig entgegenzusetzen.

Datentabellen

Für einige ausgewählte Kartenlayer stellt das Informationsportal Krieg und Frieden die vollständigen zugrunde liegenden Datensätze in tabellarischer Form bereit. Weiter...


Länderporträts

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Navigation und Bedienung

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