A U.S. Army tank drives through smoke from another tank, which was disabled during a four-hour running gun battle with insurgents in Mosul, Iraq Saturday Feb. 12, 2005
Themenmodul

Massenvernichtungswaffen

Chemische Kampfstoffe im Einsatz


BICC 01/2013

Chemische Waffen zählen zu den Massenvernichtungsmitteln. Durch ihren Einsatz können und sollen eine Vielzahl von Personen bzw. Soldaten in einem mehr oder weniger großen Gebiet getötet werden. Indem man das Gelände des Gegners kontaminiert, wird zudem  dessen operative Beweglichkeit erheblich eingeschränkt. Außerdem müssen die feindlichen Soldaten ABC-Schutzkleidung anlegen, was ihre Einsatzmöglichkeiten und Ausdauer zusätzlich einschränkt. Allerdings kann dies auch die eigenen Truppen betreffen, wenn sich der Wind dreht oder der Kampfverlauf ändert. Chronologie der Einsätze (Auswahl):

Antike

Historiker verweisen darauf, dass bereits im Peloponnesischen Krieg (431 bis 404 v. Chr.) die Spartaner Brandkörper gegen die Athener einsetzten, um so die Luft mit Schwefeldioxid zu vergiften.

Erster Weltkrieg

Die „moderne“ chemische Kriegführung begann im Ersten Weltkrieg. Es waren die französischen Streitkräfte, die im August 1914 als erste C-Waffen gegen die deutschen Truppen einsetzten. Allerdings handelte es sich zunächst „nur“ um das Tränengas Xylylbromid.

In den zwanziger Jahren

Trotz der hohen Verluste durch die chemischen Waffen im Gaskrieg wurde ihre Verbreitung nicht sofort gestoppt. Im Gegenteil: Kaum war der Erste Weltkrieg zu Ende, begannen die Siegermächte damit, C-Waffen in Kolonialkriegen einzusetzen:

Zweiter Weltkrieg

Trotz der Erfahrungen im Ersten Weltkrieg und den Bestimmungen des Genfer Protokolls von 1925 hatten die damaligen Großmächte bis 1939 ein umfassendes Arsenal an chemischen Waffen aufgebaut. Dennoch kam es im Zweiten Weltkrieg nicht zu dem befürchteten Großeinsatz, zumindest nicht in Europa. Hier gab es nur lokal begrenzte Einzelfälle, so etwa in der Ukraine.

Es ist bis heute nicht geklärt, warum ein massiver C-Waffen-Krieg vermieden wurde, obwohl an allen Fronten mit äußerster Heftigkeit und Millionen von Toten zur Folge gekämpft wurde. Jedenfalls gab es genügend Einsatzpläne: Für den Fall eines deutschen Chemieangriffs wollten die US-Streitkräfte ab April 1944 ihrerseits 30 große deutsche Städte mit 36.521 Tonnen Senfgas und Lost angreifen, was rund 5,6 Millionen Tote und 12 Millionen Verletzte gefordert hätte.

In diesem Zusammenhang soll nicht vergessen werden, dass in den Gaskammern der deutschen KZ „Zyklon-B“ verwendet wurde. Dabei handelte es sich um mit Blausäure getränkte Kieselerde. Dieses Präparat war ursprünglich zur Insektenvertilgung entwickelt worden.

Im Fernost setzten die japanischen Truppen C-Waffen gegen die Chinesen ein. So starben bei der Schlacht von Wuhan (August bis Oktober 1939) 400.000 Chinesen. Weitere Chemieangriffe erfolgten in Changsha (Herbst 1939), Yichang (Oktober 1941) und Changde (November 1943). Bei der letzten Schlacht starben 50.000 Soldaten und 300.000 Zivilisten durch den Einsatz von Senfgas und Lewisit.

Kalter Krieg:

Nach dem Kalten Krieg:

Seit dem Ende des „Kalten Krieges“ wurden Chemiewaffen nur noch im Rahmen von Terroranschlägen angewendet:

Quellen und weiterführende Informationen

Grümmer, Gerhard (1990): Giftküchen des Teufels – Ereignisse, Tatsachen, Zusammenhänge, Berlin(-Ost).

N.N. (2012): Chemical Warfare, Wikipedia.
http://en.wikipedia.org/wiki/Chemical_warfare

Stöhr, Ralf und Kießlich-Köcher, Harald (1987): Chemie des Todes – Geschichte, Perspektiven, Abrüstungsperspektiven, Berlin(-Ost), Militärverlag der DDR.

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