A U.S. Army tank drives through smoke from another tank, which was disabled during a four-hour running gun battle with insurgents in Mosul, Iraq Saturday Feb. 12, 2005
Themenmodul

Militärische Kapazitäten und Mittel

Glossar


ATT
Das Internationale Waffenhandelsabkommen (Arms Trade Treaty, ATT) ist ein internationaler Vertrag, der sich mit der Regulierung des globalen Handels mit konventionellen Waffensystemen befasst. Der rechtlich verbindliche Vertrag ist allerdings bis heute nicht ausgehandelt. Die Idee des Vertrags wurde seit Mitte der 1990er Jahre entwickelt. Seit 2006 befassen sich die Vereinten Nationen auf Grundlage der Resolution 61/89 mit dem ATT. Seit 2008 gibt es erneut verstärkte Verhandlungen über seinen Inhalt und seine Grenzen, bedeutsame Übereinstimmungen wurden jedoch noch nicht gefunden. 2012 soll der Prozess mit einer Verhandlungskonferenz abgeschlossen werden.

 

 

Bedrohung
Bedrohung ist ein subjektiv oder kollektiv wahrgenommener Zustand. Es ist die Angst vor möglichen negativen Veränderungen des Status quo. Die Bedrohung kann entweder von einer Drohung ausgehen oder von einem Gefühl beziehungsweise einer Einschätzung. Eine Bedrohungssituation kann einerseits von Faktoren im Inneren oder von Außen entstehen. Auf staatlicher Ebene können innere Bedrohungen beispielsweise von mafiösen Gruppierungen ausgehen. Eine äußere Bedrohung hingegen kann durch die Abschreckung eines Nachbarstaates, welches im Besitz von Massenvernichtungswaffen ist, hervorgerufen werden.

 

 

Bevölkerung/ Bevölkerungsanzahl/ Zivilisten
Als Bevölkerung werden alle Personen bezeichnet, die innerhalb eines Staates ihren (ständigen) Wohnsitz haben. Der Staat und somit die Bevölkerung sind durch geographische Grenzen von anderen Staaten und deren Bevölkerung getrennt. Unter dem Begriff Bevölkerung werden folglich alle Einwohner eines Staates, egal welcher Herkunft oder Abstammung zusammengefasst. Ein Zivilist, auch Zivilperson genannt, ist nicht Teil der Armee und gehört während bewaffneten Auseinandersetzungen keiner Kampforganisation an. Oftmals werden Zivilisten als „normale Bevölkerung“ bezeichnet, was insoweit nicht korrekt ist, da auch die Angehörigen des Militärs zur Bevölkerung ihres Landes gehören.

 

 

Bildungsausgaben
Unter Bildungsausgaben werden im Allgemeinen die relativ eng gefassten Ausgaben für Bildungseinrichtungen zusammengefasst. Hierzu zählen öffentliche und private (Haushalte und Unternehmen) Ausgaben für Bildungseinrichtungen im engeren Sinne; öffentliche und private Ausgaben für Forschung und Entwicklung an Bildungseinrichtungen sowie Ausgaben für weitere bildungsbezogene Dienstleistungen, wie Verpflegung in Bildungseinrichtungen, Transport zu Schulen oder Unterbringung auf dem Campus. In Deutschland zählen auch die Ausgaben der Unternehmen im Rahmen der Dualen Ausbildung zu den Ausgaben für Bildungsinstitutionen. Einbezogen werden die Sachbezüge, nicht aber die Entlohnung der Auszubildenden. Im Rahmen des Infoportals werden jedoch ausschließlich die nationalen öffentlichen Ausgaben berücksichtigt.

 

 

Bruttoinlandsprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Es misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Es gibt die wirtschaftliche Leistung eines Staates wieder und ist somit ein bedeutender Faktor im Vergleich zu spezifischen nationalen Ausgaben. Das BIP wird in jeweiligen Preisen und preisbereinigt (Deflationierung mit jährlich wechselnden Vorjahrespreisen und Verkettung) errechnet. Das preisbereinigte BIP stellt die „reale“ Wirtschaftsentwicklung im Zeitablauf frei von Preiseinflüssen dar. Die Veränderungsrate des preisbereinigten BIP dient als Messgröße für das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft. Das BIP ist damit die zentrale Größe der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und gehört zu den Indikatoren des Verbreitungsstandards des Internationalen Währungsfonds (IWF).

 

 

Bürgerkrieg
In einem Bürgerkrieg bekämpfen sich maximal ein Staat mit einer oder mehreren anderen inländischen Gruppen (Rebellen, Guerillas). Ursachen sind meist religiöser, ethnischer, politischer oder sozialer Natur, die auch ausschließlich zwischen Gruppen auftreten können. Die inländischen Gruppen streben meist eine Machtübernahme oder eine Abspaltung einer Region vom Ursprungsland an. Für die Bevölkerung sind Bürgerkriege besonders verheerend, da es keine klaren Grenzen und keine klaren Erkennungsmerkmale für Gruppenzugehörigkeiten gibt, zudem werden völkerrechtliche Regeln nicht beachtet.

 

 

Daten
Als Daten werden grundsätzlich alle Informationen bezeichnet, die meist über einen bestimmten Zeitraum hinweg, gemessene, beschriebene, kategorisierte Zustände oder Ereignisse beschreiben. Die Datenerhebung und die Auswertung von Daten sind von enormer wissenschaftlicher Bedeutung. Durch sie lassen sich zum Beispiel politische Theorien bestätigen oder widerlegen. Ebenfalls können Zusammenhänge zwischen verschiedenen Ereignissen oder Sachverhalten identifiziert werden. Datensätze alleine erzeugen noch keine Erkenntnis über ihre Aussagekraft, hierfür wird zunächst eine Analyse der Daten erstellt, darauf folgt eine Interpretation.

 

 

Gemeinsamer Standpunkt/ Verhaltenskodex
Der Gemeinsame Standpunkt der Europäischen Union (EU) für Rüstungsexporte von 2008 ist ein Abkommen zwischen den Mitgliedern der EU, das Kriterien für die verantwortungsvolle Ausfuhr von Rüstungsgütern benennt. Er beruht im Wesentlichen auf dem Verhaltenskodex von 1998, der das Ziel verfolgte, die europäische Rüstungsexportpolitik zu harmonisieren. Seine Kriterien sollen bei der Entscheidung über die Bewilligung oder Ablehnung von Exportanträgen berücksichtigt werden. Die Offenlegung des finanziellen Volumens der erteilten Ausfuhrgenehmigungen, der exportierten Waffen- bzw. Rüstungstypen sowie der jeweiligen Empfängerländer in den nationalen und EU-weiten Rüstungsexportberichten soll das Verhalten der Staaten transparenter machen.

 

 

Gesundheitsausgaben
Die Gesundheitsausgaben eines Staates umfassen die Ausgaben für Gesundheitsleistungen aller Art. Hierunter fallen Sach- und Personalleistungen, wie beispielsweise private und gesetzliche Krankenversicherungen, soweit vorhanden, das Einkommen von Ärztinnen und Krankenpflegern, die Finanzierung von Krankenhäusern, Verbandsmaterial usw. Das Volumen der Gesundheitsausgaben ist entweder an staatlichen Haushaltsplänen, aber auch an nationalen Gesundheitsberichten abzulesen. Die Ausgaben im Gesundheitsbereich sind ein Indikator für die Politik des Landes – investiert es eher in das Wohlergehen der Bevölkerung oder verfolgt er beispielsweise starke militärische oder wirtschaftliche Interessen, die möglicherweise der Bevölkerung nicht zu Gute kommen?

 

 

Gewaltmonopol
Ein Staat besitzt das Gewaltmonopol, wenn er auf seinem Staatsgebiet die alleinige Befugnis hat, physische Gewalt zuzulassen oder einzusetzen. Seine Souveränität wird von keiner anderen Macht im Staat in Frage gestellt. Das möglicherweise freiheitsbedrohende Übergewicht des demokratischen Staates gegenüber dem Bürger, wird durch die Gewaltenteilung ausgeglichen. Die Justiz- und Exekutivorgane eines Staates schützen das Gewaltmonopol und setzen es durch.

 

 

Globaler Militarisierungsindex / Militarisierungsgrad
Der Globale Militarisierungsindex (GMI), der vom Internationalen Konversionsinstitut Bonn (BICC) berechnet wird, beschreibt den Grad der Militarisierung eines Landes an Hand einer Rangordnung zwischen nahezu allen Ländern weltweit. Der GMI bildet das relative Gewicht und die Bedeutung des Militärapparats eines Staates im Verhältnis zur Gesellschaft als Ganzes ab. Dabei werden folgende Indikatoren berücksichtigt: Militärausgaben als Anteil am BIP und im Verhältnis zu Ausgaben im Gesundheitsbereich, militärisches Personal und Reservisten im Verhältnis zur Bevölkerung, militärisches Personal im Verhältnis zu Ärzten sowie schließlich Schwere Waffensysteme im Verhältnis zur Bevölkerung.

 

 

Klein- und Leichtwaffen
Als Klein- und Leichtwaffen werden tragbare Schusswaffen mit einem Kaliber von maximal 100mm bezeichnet. Sie reichen von Revolvern und Pistolen über Sturm- und Maschinengewehre bis hin zu Granatwerfern und MANPADS (tragbare Flugabwehrsysteme). Kleinwaffen sind solche Schusswaffen, die für die Bedienung durch eine Person entwickelt wurden und ein Kaliber von bis zu 12,7 mm aufweisen, während Leichtwaffen ein höheres Kaliber haben (12,7 bis 100 mm) und von einem Team aus zwei oder drei Personen bedient werden. Geläufig ist die englische Abkürzung SALW (Small Arms and Light Weapons).

 

 

Konflikt
Konflikte können sich auf intrapersonaler, gesellschaftlicher oder auf der
(zwischen-) staatlicher Ebene abspielen. Einen Konflikt machen hauptsächlich drei Elemente aus, dies sind eine Unvereinbarkeit von Zielinteressen, ein aggressives Verhalten und eine den Konflikt rechtfertigende Haltung. Konflikte können auch positive beziehungsweise konstruktive Folgen nach sich ziehen. Sie sind in dem Sinne „natürlich“ in der zwischenmenschlichen Interaktion. Konflikte können meist dauerhaft nur durch einen Kompromiss und nicht durch den Sieg der einen Partei über die Gegenpartei gelöst werden.

 

 

Konventionelle Waffen und Waffensysteme
Konventionelle Waffen und Waffensysteme sowie deren Munition oder andere Kampfmittel sind von Treibmitteln beschleunigten Geschossen oder Sprengsätzen zu trennen. Diese sind aber nur als konventionell zu beziffern, wenn keine Verstärkung durch ABC- oder nukleare Waffen (atomare, biologische und chemische Waffen) vorliegt. Zu den konventionellen Waffen zählen z.B. Kampfpanzer, Kampfflugzeuge und Kleinwaffen. Kriege mit konventionellen Waffen waren bis zum Einsatz von Giftgas seit den 1920er Jahren die Regel. Der Einsatz dieser Waffen ist weit verbreitet. In der häufigen Konfliktform, dem Bürgerkrieg, kommen fast ausschließlich konventionelle Waffen zum Einsatz.

 

 

Krieg
Krieg ist ein Konflikt zwischen mindestens zwei Akteuren, wovon zumindest einer, ein Staat ist. Er ist organisiert und wird mit Waffen gewaltsam ausgetragen. Ziel ist es durch einen Angriffs-, Interventions-, Sanktions-, Verteidigungs- und Befreiungskrieg seine eigene Überlegenheit durchzusetzen und den Gegner zu besiegen. Dabei werden die Gegner getötet oder verletzt und es kommt zu erheblichen Schäden an der Infrastruktur und den (natürlichen) Lebensgrundlagen. Die Ursache liegt meist in wirtschaftlichen oder ideologischen Interessen.

 

 

Massenvernichtungswaffen
Massenvernichtungswaffen sind Waffen, die sich in ihrer Schlagkraft wesentlich von anderen unterscheiden. Sie sind weit aus zerstörerischer für Menschen und Umwelt und meist durch jahrelange Beeinträchtigungen gekennzeichnet. Meist sind dies ABC-Waffen (atomare, biologische oder chemische Waffen). Aber auch konventionelle Waffen können eine ähnlich hohe Zerstörung hervorrufen. Bis heute sind Massenvernichtungswaffen eher selten eingesetzt worden. Beispielsweise die Atombomben des Zweiten Weltkrieges auf Hiroshima und Nagasaki. Viele Staaten setzen sich durch internationale Verträge gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen ein.

 

 

Menschliche Entwicklung
Die menschliche Entwicklung wird durch den Human Development Index (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) gemessen. Der Index geht dabei über die Aussagekraft der Entwicklung durch das BIP hinaus. Der HDI deckt drei Kategorien ab:

1. Ein langes und gesundes Leben

2. Die Lebenserwartung bei der Geburt

3. Die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen und die Einschulungsrate

Hinzu kommt das BIP pro Kopf, welches den Lebensstandart wiedergeben soll. Die Ermittlung des Entwicklungsgrades soll den Vereinten Nationen dabei helfen ihre Entwicklungshilfe gezielter einzusetzen.

 

 

Militärausgaben
Es gibt Ansätze eine einheitliche Definition für Militärausgaben zu finden, jedoch nutzen die meisten Länder ihre eigene Definition. Deswegen folgen nun drei Ansätze, mit denen die meisten Definitionen abgedeckt werden:

1. Offizielles Verteidigungsbudget

2. Offizielles Verteidigungsbudget plus Ausgaben die für militärische Zwecke getätigt werden, jedoch nicht im offiziellen Verteidigungsbudget integriert sind.

3. Für NATO Länder gilt ein offizielles Verteidigungsbudget plus weitere Ausgaben die nach NATO Definition zu Verteidigungsausgaben dazu zählen.

 

 

Militarisierung
Militarisierung bezeichnet die zunehmende Aufrüstung, Aufstockung (und Modernisierung) der Streitkräfte und die Erhöhung des Stellenwerts militärischer Normen und Werte. Durch die stärkere staatliche Finanzierung dieses Bereiches, kann der Staat weniger Geld in andere Bereiche investieren. Die Ursache einer Militarisierung kann wirtschaftliche oder ideologische Gründe beinhalten. Ein Staat kann unter anderem seine essentiellen Interessen von außen bedroht sehen oder möchte sich vielleicht selber durch einen kriegerischen Akt wirtschaftliche Vorteile verschaffen. Der vom BICC erhobene GMI bemisst diesen Militarisierungsgrad eines Staates.

 

 

Paramilitär
Paramilitärische Einheiten sind private Einheiten, deren Training, Organisation, Equipment und Kontrolle ähnlich sind wie die eines staatlichen Soldaten. Meist könnten Paramilitärs Soldaten unterstützen bzw. ersetzen. Diese Einheiten haben eine große Bandbreite an Aufgaben, sie können einer Guerilla-Gruppe, der Opposition oder privaten Militär- oder Sicherheitsfirmen angehören. Aufgrund ihrer Tätigkeitsfelder werden sie teilweise zum staatlichen Militärpersonal gezählt, wie beispielsweise speziell ausgebildete Polizeikommandos.

 

 

Reservist
Reservisten sind Ungediente und ehemalige Soldaten, die im Bedarfsfall für militärische und zivile Einsätze zur Verfügung stehen. Reservisten sind in Formationen und Einheiten organisiert, die zu Friedenszeiten nicht voll besetzt und einsatzbereit sind. Diese Einheiten können in Notfällen mobilisiert werden. Die Dienstlängen von Reservisten variieren von Land zu Land, in Deutschland bspw. gibt es eine Altersgrenze, die von der bisherigen militärischen Laufbahn abhängig ist; bei anderen Staaten gibt es eine lebenslange Verpflichtung. Zudem gibt es länderspezifische Bereitschaftseinteilungen, die in Abhängigkeit von der jeweiligen Notsituation festlegen, wann welche Reservisten in den Dienst gestellt werden. Ein direkter Vergleich von Reservistenzahlen ist somit nur unter Vorbehalt möglich.

 

 

Rüstungsexport/ -ausfuhr
Als Rüstungsexporte, beziehungsweise Rüstungsausfuhren, werden alle Rüstungsgüter bezeichnet, die ein Staat an andere Staaten, Personen oder Gruppierungen anderer Staaten verkauft. Hierzu zählen Waffen, Waffensysteme, Waffenteile jeder Art usw.

Rüstungsexporte der Europäischen Union müssen durch die Regierungen der Mitgliedstaaten genehmigt werden. Alle genehmigten Lizenzen oder Ablehnungen sowie teilweise das Volumen der tatsächlichen Rüstungsausfuhren werden jährlich in Rüstungsexportberichten veröffentlicht.

 

 

Rüstungsexportbericht
Der Rüstungsexportbericht ist ein Medium, wessen sich die Mitglieder der Europäischen Union bedienen um den Wert und den Umfang ihrer Rüstungsausfuhrgenehmigungen und teilweise auch der tatsächlichen Rüstungsgüterausfuhren zu veröffentlichen. Ebenfalls wird jährlich ein gemeinsamer Rüstungsexportbericht der EU herausgebracht. Die Ausfuhren sind nach Empfängerländern und Waffen sowie Waffenteilen kategorisiert. Die Berichte sind Teil des Gemeinsamen Standpunkts der EU und unterstützen eine bessere gegenseitige und öffentliche Kontrolle. Kritikpunkte an den europäischen Rüstungsexporten werden durch den Rüstungsexportbericht der GKKE (Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung) aufgezeigt.

 

 

Rüstungsindustrie
Die Rüstungsindustrie ist ein Wirtschaftszweig der Herstellung von Waffen, Zubehör und Munition. Sie beschäftigt sich mit der Herstellung von drei Waffenkategorien: leichte und schwere Geräte sowie ABC-Waffen. Die Rüstungsindustrie in Europa unterliegt überdimensional vielen nationalen und europäischen Restriktionen. Sie sollen verhindern, dass Rüstungsgüter in Krisen- und Konfliktgebiete geliefert werden und dadurch diese weiter anheizen. Ebenfalls soll vermieden werden, dass diktatorische Regime mit europäischen Waffen Repressionen gegen ihr Volk oder Nachbarstaaten durchsetzen.

 

 

Sanktion/ Embargo
Als Sanktion wird eine Maßnahme bezeichnet, die einen Staat oder mehrere Staaten zur Handlung oder Unterlassung eines bestimmten Verhaltens bewegen soll. Diese Maßnahme ist völkerrechtlich zulässig und kann zum Beispiel vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängt werden. Danach sind z.B. Handelsbeschränkungen (Embargos) verhängbar. Als spezifische Form einer Sanktion umfasst ein Embargo beispielsweise Beschlagnahmungen, Zurückhalten von Waren, Import- und Exportverbote. Es existieren auch positive Sanktion, diese stellen eine "Belohnung" in Aussicht bei verändertem Verhalten.

 

 

Schwellenländer/ fragile Staaten
Schwellenländer sind Staaten, die nicht mehr zu den „Entwicklungsländer“ gezählt werden. Ein Schwellenland steht am Anfang oder im fortschreitenden Prozess der Industrialisierung. Die Wirtschaftsstruktur verändert sich von der vornehmlichen Agrarwirtschaft zur Industrie. Durch das voranschreitende Wirtschaftswachstum steigt meistens der Gegensatz zwischen arm und reich erheblich an und es entstehen Spannungen zwischen Tradition und Modernisierung. Als erstes wurde diese Entwicklung bei den so genannten Tigerstaaten (Südkorea, Taiwan, Singapur) festgestellt.

 

 

Schwere Waffensysteme
Definiert werden Schwere Waffensysteme als größere Maschinen, die im unmittelbaren Gefecht eingesetzt werden und verschiedene militärische Anforderungen (Bewegung, Feuerkraft, usw.) in ein Gesamtsystem integrieren. Hierzu zählen unter anderem: Panzer, Hubschrauber, Kampfflugzeuge, U-Boote, Raketen und Kriegsschiffe. Sie unterscheiden sich zu „kleinen und leichten“ Waffen, die von einer oder zwei Personen getragen werden können und nicht konventionelle Waffen (z.B. Atombomben, Giftgas). Die Trägersysteme von unkonventionellen Waffen zählen jedoch zu den Schweren Waffensystemen.

 

 

Sicherheit
Sicherheit wird gemeinhin als ein erstrebenswerter Seinszustand verstanden, der auf die entweder völlige oder relative Abwesenheit von Gefahren hinweist. Zu unterscheiden ist, ob Sicherheit auf die Annahme einer objektiv verifizierbaren Verfassung oder lediglich auf eine subjektive Wahrnehmung von Gefahren rekurriert. Auch die zu sichernden Objekte können von Fall zu Fall variieren. In der frühneuzeitlichen politischen Theorie beschrieb der Begriff Sicherheit den Zustand des einzelnen Menschen als "Bürger" im Staat. In den Internationalen Beziehungen des 20. Jahrhunderts bezog er sich vornehmlich auf das Verhältnis von Staaten zueinander, vor allem auf die "Sicherheit" eines Staates vor Angriffen anderer Staaten. Schließlich ist anzumerken, dass eine Reihe aktuellerer Studien den Sicherheitsbegriff selbst hinterfragen. Sicherheit wird hier weniger als Zustand denn als Prozess, Praxis oder "Sprechakt" begriffen, welcher soziale Wirklichkeiten nicht nur abbildet, sondern erst konstituiert.

 

 

Soldat
Aktive Männer und Frauen die unter der Kontrolle des Verteidigungsministeriums ihren Dienst an der Waffe leisten. Diese Einheiten sind stets vollbesetzt und einsatzbereit. Eine Einteilung erfolgt meist in Bodentruppen, Marine und Luftstreitkräfte. Die Aufgaben eines Soldaten sind je nach Rang sehr unterschiedlich. Im Kriegsfall sind die Hauptaufgaben: Sicherung des Hinterlandes und der Nachschublinien, Lagebeurteilung, besetzen taktisch, strategisch und wirtschaftlich wichtiger Punkte und Vernichtung des Feindes.

 

 

Staat
Ein Staat ist ein politisches Konstrukt über ein abgegrenztes Territorium (kann umstritten sein), die sich darin befindenden Personen und eine etablierte, durchgesetzte oder beschlossene Machtausübung über diese. Dieses Konstrukt kann monarchisch, autokratisch oder demokratisch aufgebaut sein und hat somit eine große Bandbreite an möglichen Ausprägungen (z.B. Demokratie, Monarchie, Oligarchie, Kommunismus usw.). Offiziell gibt es heute 193 anerkannte Staaten (192 in der UN und der Vatikanstaat), darüber hinaus gibt es einige von der UN nicht anerkannte Staaten (z.B. Taiwan, Westsahara, Kosovo).

 

 

Streitkräfte
Streitkräfte sind militärische Kampfverbände und die dazugehörigen Dienst- und Unterstützungsstellen (z.B. Sanitätsdienst usw.) eines Staates oder einer militärischen Allianz. Sie sind in drei Kategorien unterscheidbar: Heer (zu Land), Marine (zu Wasser) und Luftwaffe (in der Luft). Die Streitkäfte sind hierarschich strukturiert und unterstehen in Deutschland in Friedenszeiten den Befehlen des Verteidigungsministers. Im Verteidigungsfall geht die Befehls- und Kommandogewalt auf den Bundeskanzler/in über.

 

 

Verteidigungshaushalt/ Militärbudget
Der Verteidigungshaushalt bzw. das Militärbudget eines Landes setzt sich gemeinhin aus zwei übergeordneten Kategorien zusammen. Zum einen aus „wiederkehrenden Ausgaben“ wie Soldzahlungen an Soldaten oder Mitteln, die für die Instandsetzung und Wartung militärischen Materials gebraucht werden. Zum anderen finden sich im Militärbudget auch sogenannte „Investitionsausgaben“, also Mittel, die in die Erweiterung militärischer Kapazitäten (z. B. in die Entwicklung), die Erforschung und Erprobung neuer Militärtechnologien oder in die Beschaffung neuer Fahrzeuge, Geräte und Waffen investiert werden. Die Militärausgaben im Vergleich zu anderen Staatsausgaben können Aufschluss über die Militarisiertheit eines Landes geben, teilweise wird der Verteidigungshaushalt veröffentlicht.

 

 

Waffe
Waffen sind Gegenstände die genutzt werden um einem Lebewesen in seiner physischen und oder psychischen Handlungsfähigkeit zu beeinträchtigen, zu verletzten oder zu töten. Waffen verstärken die eigene Kraft oder ersetzen diese. Die Androhung eine Waffe zu nutzen (Drohen) kann Menschen in ihrer Entscheidungs- und Handlungsfreiheit beeinflussen. Waffen können zum Angriff aber auch als Verteidigung genutzt werden. Eine Waffe geht über den physischen Gegenstand hinaus, z.B. kann als Waffe Desinformation und Sabotage hinzu gezählt werden, in dem man diese nutzt um die Moral des Gegners zu zerstören.

 

 

Waffenhandel
Der Waffenhandel (legal und illegal) beschreibt das kaufen und verkaufen von Waffen zwischen verschiedenen Akteuren, z.B. Staaten, Unternehmen, Privatpersonen. Waffen werden importiert aufgrund fehlender Rüstungsunternehmen oder einem Defizit an modernen Waffen. Die wichtigsten Exporteure sind reiche Länder mit einer hohen technischen Ausstattung. Da arme Länder natürliche Ressourcen gegen Waffen eintauschen, kann die Ausbeutung einer Ressource und die damit erworbenen Waffen eine Konfliktsituation in einem Lande anheizen. Aus diesem Grund werden für einzelne Länder Sanktionen verhängt und der Handel mit bestimmten Gütern untersagt. Gleichzeitig wird der Waffenhandel kontrolliert und zum Teil mit einem Verhaltenskodex versehen (z.B. EU).

Datentabellen

Für einige ausgewählte Kartenlayer stellt das Informationsportal Krieg und Frieden die vollständigen zugrunde liegenden Datensätze in tabellarischer Form bereit. Weiter...


Länderporträts

In den Länderportäts werden die Daten und Informationen länderweise zusammengeführt und tabellarisch aufbereitet, die in den Modulen für die Darstellung in Karten und Abbildungen genutzt wurden. Weiter...


Navigation und Bedienung

Die Informationen und Daten eines jeden Moduls werden primär in Form von aktivierbaren Kartenlayern bereitgestellt und durch Texte und Grafiken ergänzt. Die Kartenlayer sind in dem Menübaum auf der rechten Seite nach Themen und Unterthemen sortiert aufgelistet. Weiter...

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