A U.S. Army tank drives through smoke from another tank, which was disabled during a four-hour running gun battle with insurgents in Mosul, Iraq Saturday Feb. 12, 2005
Themenmodul

Konventionelle Waffen

Konflikte und Frieden, Waffenhandel und Rüstungsabkommen – sechs Länder im Vergleich


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Konflikte und Frieden, Waffenhandel und Rüstungsabkommen – sechs Länder im Vergleich

Die Grafik vergleicht Friedenszeiten, die Anzahl der Konflikte und ratifizierte Rüstungskontrollverträge sowie das Ausmaß des Waffenhandels der fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands. Mithilfe von fünf Säulendiagramme lassen sich die Länder in den einzelnen Kriterien visuell vergleichen und somit Aussagen über die verschiedenen Sicherheitspolitiken der Länder ableiten.

Fakten

Als Friedensjahre wird die Anzahl der Jahre gezählt, in denen ein Land nach dem Ende des 2. Weltkrieges bzw. seit der jeweiligen Staatsgründung nicht in einem Konflikt beteiligt war. Für die Bundesrepublik Deutschland sind dies seit der Gründung insgesamt 51 Jahre (von 66). Während China insgesamt 41 Friedensjahre zählt, folgen die USA mit 31, Russland und Frankreich mit jeweils 26 sowie Großbritannien mit lediglich 9 Friedensjahren.

Die Anzahl der Konfliktbeteiligungen stammt aus dem UCDP/PRIO Armed Conflict Datensatz, wobei nur Kriege und Konflikte berücksichtigt wurden, bei denen mindestens ein Staat beteiligt war und mehr als 25 Personen aufgrund von bewaffneten Gefechten verstorben sind. Zwischen 1946 und 2013 war Frankreich in insgesamt 27 Konflikten beteiligt, dicht gefolgt von Großbritannien mit 25 und Russland mit 22. Die USA waren in diesem Zeitraum in insgesamt 19 Konflikten beteiligt, China in 11 und Deutschland in nur 4 Konflikten. Die Anzahl der Konflikte ist seit dem Ende des 2. Weltkrieges weltweit stark angestiegen (1949 - 17 Konflikte, 2013 - 33 Konflikte).

Rüstungsabkommen können durch gegenseitige Kontrolle Vertrauen schaffen und dadurch bei Krisen und Konflikten entschärfend wirken. Neben den allgemein bekannten Abkommen über atomare-, biologische-, chemische- und konventionelle Waffen bzw. Kampfstoffe sind in der Grafik ebenso die Genfer Konvention, die Dubliner Konvention (Übereinkommen über Streumunition), das Abkommen über Antipersonenminen (Ottawa Konvention) sowie der noch junge Vertrag über den Waffenhandel (ATT) aufgeführt. Während Deutschland, Frankreich und Großbritannien alle der insgesamt 9 aufgeführten Rüstungsabkommen ratifiziert haben, wurden von den USA, Russland und China lediglich 6 ratifiziert.

Der weltweite Waffenhandel, dessen jährliches Volumen zwischen 40 und 50 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Im Zeitraum 1950 – 2014 haben die USA im Wert von 633,5 Mrd. US-$ und Russland im Wert von 569,4 Mrd. US-$ Waffen exportiert. Frankreich, Großbritannien, China und Deutschland exportierten indes insgesamt Waffen im Wert von ca. 382 Mrd. US-$.

Bei den Waffenimporten liegen asiatische Staaten weltweit vorne, aktuell sind dies insbesondere Indien und Saudi-Arabien. Von den 6 Vergleichsländern hat China im Zeitraum 1950 – 2013 Waffen im Wert von 74 Mrd. US-$ importiert und liegt somit weit vor Deutschland (57 Mrd. US- $), den USA (44 Mrd. US-$), Großbritannien (32 Mrd. US-$), Russland (30 Mrd. US-$) und Frankreich (18 Mrd. US-$).

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die absoluten Werte der 5 Kriterien sind in der Grafik auf eine Skala von 0 bis 100 relativiert, wobei der jeweils höchste dem Wert 100% entspricht (z.B. 9 ratifizierte Rüstungskontrollverträge). Während bei den „Jahren in Frieden“ sowie der Anzahl der ratifizierten Rüstungskontrollverträgen ein höherer Wert als positiv gesehen werden kann, sind höhere und somit weiter außen im Netz verankerte Werte bei den übrigen Kriterien eher negativ.

Der Waffenhandel (legal und illegal) beschreibt das kaufen und verkaufen von Waffen zwischen verschiedenen Akteuren, z.B. Staaten, Unternehmen, Privatpersonen. Waffen werden importiert aufgrund fehlender Rüstungsunternehmen oder einem Defizit an modernen Waffen. Die wichtigsten Exporteure sind reiche Länder mit einer hohen technischen Ausstattung. Da arme Länder natürliche Ressourcen gegen Waffen eintauschen, kann die Ausbeutung einer Ressource und die damit erworbenen Waffen eine Konfliktsituation in einem Lande anheizen. Aus diesem Grund werden für einzelne Länder Sanktionen verhängt und der Handel mit bestimmten Gütern untersagt. Unter Rüstungskontrollabkommen versteht man bilaterale oder multilaterale Verträge, die einerseits eine Reduzierung von bereits vorhandenen Waffen oder auch Kombattanten aber auch durch gegenseitige Kontrolle Vertrauen schaffen und dadurch bei Krisen und Konflikten entschärfend wirken.

Datenquelle

Cluster Munition Coalition
Die Cluster Munition Coalition (CMC, dt. Streumunition Koalition) ist eine internationale Zivilbewegung, die sich für ein Verbot von Streumunition einsetzt. Die Koalition arbeitet mit Mitgliedern aus mehr als 90 Ländern daran, Regierungen und die Gesetzgebung der Länder, sowie die Öffentlichkeit von dem unmenschlichen Gebrauch von Streumunition zu überzeugen.

Cluster Munition Coalition - Treaty Status
http://www.stopclustermunitions.org/treatystatus/

International Campaign to Ban Landmines
Die International Campaign to Ban Landmines (ICBL, dt. Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen) ist ein globales Netzwerk, dass in über 90 Ländern für eine Antipersonenminen freien Welt arbeitet. Die Kampagne wurde 1997 mit dem Friedensnobelpreis für die Durchsetzung der Ottawa Konvention ausgezeichnet.

International Campaign to Ban Landmines - Treaty Status
http://www.icbl.org/en-gb/the-treaty/treaty-status.aspx

CTBTO (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization)
Die 1997 gegründete in Wien ansässige CTBTO (dt. Organisation über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die erstmalige Entwicklung bzw. die Weiterentwicklung von Atomwaffen zu erschweren. Als Überwachungsmöglichkeit dient ein weltweites Netz von Sensoren, desweiteren sollen nach des in Krafttretens Vor-Ort-Inspektionen durchgeführt werden.

CTBTO: Status of Signature und Ratification
http://www.ctbto.org/the-treaty/status-of-signature-and-ratification/

Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)
Das IKRK (eng. International Committee of the Red Cross - ICRC) ist Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Zu den Aufgaben des IKRK gehören die Kontrolle der Einhaltung der Genfer Konventionen, Pflege und Versorgung von Verwundeten, Überwachung der Behandlung und Versorgung von Kriegsgefangenen, die Familienzusammenführung, der Schutz der Zivilbevölkerung und die Vermittlung zwischen Konfliktparteien, darüber hinaus koordiniert und leitet das IKRK internationale Hilfseinsätze. ICRC State Parties to the Following

International Humanitarian Law and Other Related Treaties
https://www.icrc.org/en

UCDP (Uppsala Conflict Data Program) und PRIO (Peace Research Institute Oslo)
Das UCDP und PRIO veröffentlichen jährlich den Armed Conflict Datensatz und den Battle-Related Deaths Datensatz. Diese wurden kombiniert, um Kriege und Konflikte lokalisieren zu können. Die zugrunde gelegte Kriegsdefinition beinhaltet nur Kriege bzw. Konflikte, bei denen mindestens ein Staat beteiligt ist und mehr als 25 Personen aufgrund von bewaffneten Gefechten verstorben sind. Klassifiziert wurde nach extra-staatliche/ extra- systemische Gewaltkonflikte (Staat gegen nicht staatlichen Akteur außerhalb bestehender Staatsgrenzen), zwischenstaatliche (zwischen zwei Staaten), inner-staatliche (Staat gegen nicht staatlichen Akteur innerhalb bestehender Grenzen) und internationalisierte innerstaatliche Konflikte (Staat mit Hilfe anderer Staaten gegen nicht staatlichen Akteur innerhalb bestehender Grenzen).

UCDP (Uppsala Conflict Data Program)
Armed Conflict Datensatz
http://www.pcr.uu.se/research/ucdp/datasets/ucdp_prio_armed_conflict_dataset/

Battle-Related Deaths Datensatz
http://www.pcr.uu.se/research/ucdp/datasets/ucdp_battle-related_deaths_dataset/

PRIO (Peace Research Institute Oslo)
Armed Conflict Datensatz
http://www.prio.no/CSCW/Datasets/Armed-Conflict/UCDP-PRIO/

Battle-Related Deaths Datensatz
http://www.prio.no/CSCW/Datasets/Armed-Conflict/Battle-Deaths/

UNODA (UN Office for Disarmament Affairs)
Die UNODA wurde 1998 mit den Zielen der atomaren Abrüstung und der Einschränkung der Verbreitung von Atomwaffen gegründet. Des Weiteren sollen auch allgemeine Massenvernichtungswaffen wie Chemie- und Biowaffen eingeschränkt und die Nutzung von konventionellen Waffen vor allem Landminen und Kleinwaffen reduziert werden. Die Entwaffnung und Zurückführung von Kombattanten in das zivile Leben wird unterstützt. Diese Ziele sollen mit verstärktem Dialog, erhöhter Transparenz und Vertrauensbildung erreicht werden.

Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons
http://disarmament.un.org/treaties/t/npt

UNOG (United Nations Office at Geneva)
Die UNOG mit Sitz in Genf ist das zweitgrößte der vier UN Büros. Es beheimatet den UN Menschrechtsrat, die UN Hochkommissare und die UN Vertragsorgane. In diesem Zusammenhang stellt die UNOG Informationen zu verschiedenen Konventionen zu Verfügung, unter anderem eine Tabelle welche Länder welche Protokolle der UN Waffenkonvention ratifiziert haben, sowie aktuelle Informationen zur Konvention.

UNOG – Mitgliedsstaaten der UN-Waffenkonvention
http://www.unog.ch/.../

SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute)
SIPRI veröffentlicht jährlich im SIPRI Yearbook die aktuellen globalen Militärausgaben. Die Daten des Jahrbuchs von 2014 werden mit dem Basisjahr 2013 berechnet und in US-Dollar aufgeführt. SIPRI stellt die Daten auf Grund von primären Quellen, zum Beispiel Daten von nationalen Regierungen oder den Vereinten Nationen, Bewertungen dieser Quellen sowie weiteren sekundären Quellen, wie Zeitschriften und Tageszeitungen, zusammen. SIPRI stößt hierbei an die Grenzen der Vollständigkeit, da nationale Militärausgaben teilweise auch in außerplanmäßigem Budgets geführt können und nur schwer zu erfassen sind.

SIPRI Waffenhandel-Datenbank
http://www.sipri.org/databases/armstransfers

Für einen detaillierten Überblick der Daten und Datenquellen siehe: Modul „Konventionelle Waffen“ sowie „Rüstungskontrolle“.

Datentabellen

Für einige ausgewählte Kartenlayer stellt das Informationsportal Krieg und Frieden die vollständigen zugrunde liegenden Datensätze in tabellarischer Form bereit. Weiter...


Länderporträts

In den Länderportäts werden die Daten und Informationen länderweise zusammengeführt und tabellarisch aufbereitet, die in den Modulen für die Darstellung in Karten und Abbildungen genutzt wurden. Weiter...


Navigation und Bedienung

Die Informationen und Daten eines jeden Moduls werden primär in Form von aktivierbaren Kartenlayern bereitgestellt und durch Texte und Grafiken ergänzt. Die Kartenlayer sind in dem Menübaum auf der rechten Seite nach Themen und Unterthemen sortiert aufgelistet. Weiter...

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