A U.S. Army tank drives through smoke from another tank, which was disabled during a four-hour running gun battle with insurgents in Mosul, Iraq Saturday Feb. 12, 2005
Themenmodul

Umweltsicherheit

Was versteht man unter Umweltsicherheit? Welche Länder sind besonders vom Klimawandel betroffen? Für welche Regionen werden Temperatur- oder Meeresspiegelanstiege prognostiziert? Welche Länder leiden unter Wasserknappheit? Was versteht man unter Virtuellem Wasser?

Das Modul „Umweltsicherheit“ bietet in den drei Themenfeldern Umweltsicherheit, Klimawandel sowie Wasser, Land & Boden Antworten auf diese Fragen.

Im Themenfeld Umweltsicherheit wird einleitend die globale Verteilung von Umweltkonflikten dargestellt. Das Thema Klimawandel zeigt neben den Hauptverursachern des globalen CO2-Anstiegs auch die Länder, die im Rahmen des Klimawandels besonders von Temperatur- und Meeresspiegelanstieg betroffen sind. Die Verknappung natürlicher Ressourcen (Wasser, Land und Boden) spielt eine wichtige Rolle in Vermeidungs- und Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Im Themenfeld Wasser, Land & Boden ebenfalls beleuchtet wird die Bedeutung der Ressourcen Wasser und Land, die in der öffentlichen Debatte oft mit Gewaltkonflikten in Zusammenhang gebracht werden.

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Background: Umweltsicherheit

 

Was versteht man unter Umweltsicherheit?

Die Begriffe „Umweltsicherheit“ oder „Ökologische Sicherheit“ (englisch "Environmental Security“), erweitern das klassische, eng gefasste Verständnis von Sicherheit. Sie entstanden mit der in den 1980er Jahren einsetzenden Diskussion über den Umweltwandel. Die in den 1990er Jahren geführte Diskussion über Menschliche Sicherheit brachte auch das Konzept der Umweltsicherheit weiter voran. Es versucht mögliche Zusammenhänge zwischen dem menschlich bedingten Umweltwandel und daraus ableitbaren Sicherheitsbedrohungen zu beschreiben.


Während Klimakonflikte in der Wissenschaft umstritten sind, so sind Umweltkonflikte bereits real existierende, beobachtbare Auseinandersetzungen. Zu beachten ist allerdings, dass sich die Prozesse, die letztendlich zu Konflikten führen, als äußerst komplex und dynamisch erweisen. Vor einer Reduktion der Konfliktursachen auf Umweltdegradation - und somit einer Vereinfachung des Ursachengeflechts - wird von seitens Friedens- und Konfliktforschung ausdrücklich gewarnt. Somit ließen sich bislang keine reinen Umweltkonflikte empirisch nachweisen, Umweltzerstörung oder -degradation kann als auslösender oder beschleunigender Faktor in einem komplexen Wirkungsgefüge fungieren.

Klimawandel

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Mit dem Klimawandel wird das Phänomen der globalen Erwärmung der Lufttemperatur, der Erdoberfläche und der Meere aufgrund menschlicher (anthropogener) Einflüsse beschrieben.

Veränderungen des Klimas hat es in der Erdgeschichte immer wieder gegeben, allerdings entwickelten sie sich früher über Jahrtausende hinweg auf natürliche Weise. Der aktuelle, dramatische Klimawandel vollzieht sich im Unterschied dazu wesentlich schneller und  ist vom Menschen verursacht. So stieg die globale Durchschnittstemperatur von 1880 bis 2012 um 0,85 Grad Celsius. Wenn die Weltgemeinschaft keine entschiedene Kehrtwende in Bezug auf den Ausstoß von Treibhausgasen bewerkstelligt, ist bis 2100 mit einem Anstieg der Temperaturen um bis zu 6,5°C zu rechnen. Doch selbst ein Temperaturanstieg um zwei Grad Celsius hätte gravierende Auswirkungen und könnte zu häufigeren: Dürren, Überflutungen und Wirbelstürmen führen

Verursacht wird der Klimawandel durch den Ausstoß von Treibhausgasen, die den Treibhauseffekt verstärken. Der Treibhauseffekt vollzieht sich wie folgt: Sonnenstrahlen treffen auf die Erde und werden von der Erdoberfläche reflektiert. Während der Großteil der Wärme ins Weltall abgestrahlt wird, halten in der Erdatmosphäre existierenden Gase wie Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan einen anderen Teil zurück, indem ihre Moleküle die Wärme absorbieren und erneut in alle Richtungen abgeben. Dieser natürliche Vorgang führt zur Erwärmung der Erdoberfläche und unteren Schichten der Atmosphäre. Ohne ihn wäre die Erde unbewohnbar, denn  ihre durchschnittliche Temperatur läge nicht bei  Plus15 Grad Celsius, sondern bei Minus 18 Grad Celsius.

Seit der industriellen Revolution im späten 19. Jahrhundert haben sich die Treibhausgase in der Atmosphäre derart vermehrt, dass immer mehr Wärme zurückgehalten wird, anstatt ins Weltall zu entweichen. So verstärkte sich vom Menschen verursacht der natürliche Treibhauseffekt. Dieser menschengemachte Klimawandel wird auch anthropogener Klimawandel genannt. Zu den besonders schädlichen Treibhausgasen zählt das Kyoto-Protokoll der UN-Konferenz über Klimaänderungen von 1997 Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) sowie fluorierte Treibhausgase (F-Gase), wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6). Ab 2015 wird auch Stickstofftrifluorid (NF3) einbezogen.

CO2 entsteht in großen Mengen durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas und hat den größten Anteil am zusätzlichen Treibhauseffekt. Eiskernbohrungen belegen, welche CO2 -Konzentration die Luft im Laufe der letzten 600.000 Jahre hatte, und dass sie heutzutage erheblich höher ist als jemals zuvor. Methan entsteht durch organische Verfallsprozesse. Neben natürlichen Quellen wie Moore und Permafrostböden ist insbesondere die Massentierhaltung der größte Emittent von Methan. Aber auch nicht nachhaltige Land- und Forstwirtschaft kann zur Quelle des Methanausstoßes werden.

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt

Durch den Klimawandel werden eine Eisschmelze, ein Anstieg des Meeresspiegels sowie eine Zunahme von Stürmen und anderer extremer Wetterphänomene erwartet.

Besonders schnell erwärmt sich die Arktis, wo Luft- und Wassertemperatur deutlich rascher steigen als im globalen Durchschnitt. 40 Prozent des arktischen Meereises sind bereits geschmolzen und es wird befürchtet, dass das arktische Meer schon 2050 im Sommer eisfrei sein könnte. Auch in der Antarktis steigen die Temperaturen überdurchschnittlich stark, insbesondere in der Westantarktis. Der Antarktische Eisschild speichert ca. 60 Prozent des gesamten Süßwassers der Erde. Sein vollständiges Abschmelzen würde zu einem Anstieg des Meeresspiegels um über 50 Meter führen.  Berechungen haben ergeben, dass zwischen 2002 und 2011 pro Jahr rund fünfmal so viel Eis auf der antarktischen Landmasse verloren ging wie im Jahrzehnt zuvor.

Die Eisschmelze an den Polen trägt auch zur Veränderung von Meeresströmungen, etwa des Golf- oder Humboldtstroms.

Doch nicht nur dort, sondern auch in den Gebirgsketten der Welt schmilzt das Eis: zwischen 1993 und 2009 ging die globale Eismasse der Gletscher um 275 Milliarden Tonnen zurück. Auch wenn nicht jeder Gletscher-Rückgang durch den Klimawandel verursacht wird, sehen Forscher auch hier einen deutlichen Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung.  Sie könnte zudem die Permafrostböden (dauerhaft gefrorene Böden) der Nordkontinente (insbesondere Nordkanada, Alaska, Grönland, Ostsibirien) zum Tauen bringen. Dies würde große Mengen des dort gespeicherten Kohlenstoffs und Methans freisetzen  und den Treibhauseffekts weiter verstärken.

Nach aktuellen Schätzungen steigt der Meeresspiegel um 3 Millimeter pro Jahr. Dies istetwa die doppelte Menge im Vergleich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Neben dem Schmelzwasser der Gletscher und Pole sind hierfür die Erwärmung der Ozeane und ihre daraus folgende Ausdehnung verantwortlich. Selbst wenn es gelänge, den Temperaturanstieg gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung global auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, geht die Forschungsorganisation Climate Central davon aus, dass 130 Millionen Menschen in Küstenregionen unter dem in diesem Fall um 4,5 Meter gestiegenen Meeresspiegel leiden müssten. Ein Meeresspiegelanstieg bei 4 Grad Celsius betrüge 7,4 Meter und würde weltweit zwischen 470 und 760 Millionen Menschen gefährden. Am stärksten von diesen Entwicklungen betroffen wäre China. Doch auch in Deutschland würden 1,3 Millionen Menschen die Folgen des steigenden Pegels zu spüren bekommen.

Die Erderwärmung führt zudem zu stärkeren Temperatur- und Niederschlagsschwankungen und damit verbundenen Wetterextremen. So haben einerseits Niederschläge und Starkniederschläge, andererseits aber auch Austrocknung und Dürren zugenommen. Auch Hitzewellen werden häufiger: Seit Beginn der industriellen Revolution hat sich ihre Zahl vervierfacht, bei einem Temperaturanstieg um 4 Grad Celsius läge sie sogar beim 62-fachen.

Extreme Wetterlagen führen zu Ernteausfällen. Dies wird gerade in Weltregionen erwartet, die ohnehin schon von Hunger betroffen sind. Auch auf die Entwicklung der weltweiten Armut werden negative Auswirkungen erwartet: Die Weltbank schätzt, dass zusätzlich zu den bereits in extremer Armut lebenden Menschen durch die Folgen der Erderwärmung bis zum Jahr 2030 weitere 100 Millionen hinzukommen werden.

Politische Reaktionen auf den Klimawandel

Bereits 1988 wurde der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen – IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) gegründet. Dieser sogenannte Weltklimarat ist ein wissenschaftliches Gremium, das den aktuellen Forschungsstand auswertet und in eigenen Berichten darstellt. Die erste UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung fand 1992 in Rio de Janeiro statt (Erdgipfel). Ein weiterer Meilenstein war die Verabschiedung des Kyoto-Protokolls auf der dritten Weltklimakonferenz 1997. Ziel der COP 21 (21. Klimakonferenz) Ende 2015 in Paris war es, ein neues Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle 196 Vertragsparteien der UN-Klimarahmenkonvention zu vereinbaren.

Im Detail ging es darum, die globale Temperaturerhöhung langfristig auf maximal 2 Grad Celsius  gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Um dies zu erreichen, müssen die globalen Emissionen der Treibhausgase bis 2050 drastisch auf unter die Hälfte des Niveaus von 1990 gesenkt werden. Um diesen Prozess fair zu gestalten, müssten laut Umweltbundesamt die Industrieländer den Löwenanteil übernehmen und ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 (im Vergleich zu 1990) um 80 Prozent reduzieren.  

Die Herausforderungen durch den Klimawandel sind also zweifach: die Ausmaße des Klimawandels durch Klimaschutz begrenzen und die bereits unvermeidbaren Auswirkungen durch Anpassung bewältigen. Die hierfür notwendigen Maßnahmen sind allerdings teuer: Die Weltbank hat errechnet, dass selbst bei einer Eindämmung der Erwärmung auf zwei Grad Celsius pro Jahr 70 bis 100 Milliarden Euro zur Bekämpfung ihrer bereits entstandenen Folgen benötigt werden.

Quellen und weiterführende Informationen

Website des International Panel on Climate Change(IPCC); IPPC Berichte (englischsprachig) können dort heruntergeladen werden:
www.ipcc.ch

Juergen Päger. Ökosystem Erde:
http://www.oekosystem-erde.de/html/klimawandel-02.html

Klima-Risiko-Index:
http://germanwatch.org/de/kri

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), Sondergutachten:
(WBGU, 2003)

Umweltbundesamt:
http://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel

Was versteht man unter Klimawandel?

Der Begriff Klimawandel beschreibt das Phänomen der globalen Erwärmung der Lufttemperatur, der Erdoberfläche und der Meere aufgrund menschlicher (anthropogener) Einflüsse. Verursacht wird der Klimawandel durch den Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) (Treibhauseffekt).

Durch den Klimawandel treten vermehrt Wetterextreme wie Dürren und Starkregen auf. Mit diesen Phänomenen ist weltweit zu rechnen, allerdings sind die Auswirkungen in Afrika und Asien besonders stark ausgeprägt. So können die sich verändernden Niederschlags- und Temperaturmuster u. a. zu Ernteausfällen führen. Zudem schmelzen Gletscher und Polkappen in Folge der Erderwärmung. Der Meeresspiegel steigt durch die vermehrte Wassermenge  an und bedroht insbesondere Küstenregionen und Inseln.

Im Dezember 2015 fand die 21. Klimakonferenz statt, die ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll ausgehandelte. Dieses Abkommen will die durch den Klimawandel bedingte Erderwärmung auf maximal 2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen und den Netto-Ausstoß der Treibhausgase in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts auf Null bringen.

Wasser – Land – Boden

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Wasserverfügbarkeit

Aus dem Weltraum betrachtet erscheint die Erde als blauer Planet – rund 71 Prozent  ihrer Oberfläche ist von Ozeanen bedeckt. Das Wasser dieser Erde befindet sich in stetiger Bewegung: Der globale Wasserkreislauf, angetrieben durch die Prozesse Niederschlag, Verdunstung und Abfluss, beschreibt den Austausch zwischen den Ozeanen, dem Festland sowie der Atmosphäre. Als Trinkwasser ist dabei nur ein geringer Teil nutzbar – Schätzungen zu Folge liegt der Anteil des Süßwassers bei 2,5 – 3,5 Prozent. Knapp 69 Prozent davon sind in Gletschern und Eiskappen, etwa 30 % sind im Grundwasser gespeichert. Lediglich 0,3 Prozent des globalen Süßwassers entfällt auf Oberflächengewässer, also auf Seen, Flüsse und Sümpfe. Naturgemäß sind die weltweiten Süßwasserressourcen ungleich verteilt: Es wird grob zwischen humiden (feuchten) Gebieten und ariden (trockenen) Gebieten unterschieden. In den humiden Gebieten (66 Prozent der Festlandsfläche) ist der Niederschlag höher als die Verdunstung, in den ariden (34 Prozent der Festlandsfläche) ist dies umgekehrt.

Seit jeher beeinflusst der Mensch durch Grundwasserentnahme, Versiegelung von Böden oder Flussstauungen den Wasserkreislauf. Vor dem Hintergrund der Industrialisierung und der rasant wachsenden Weltbevölkerung ist der weltweite Verbrauch von sauberem Trinkwasser besonders in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. In manchen Regionen der Welt führt diese  Übernutzung zum „Wasserstress“, nämlich dann, wenn die Entnahme des „blauen Wassers“ einen bestimmten prozentualen Anteil an der Gesamtressource übersteigt. Zum blauen Wasser gehören Flüsse, Seen, Grundwasser, Eis und Gletscher. Hauptverursacher des Wasserstresses sind Landwirtschaft, Industrie und  Privathaushalte, wobei erstere  mit 70 Prozent den weitaus am meisten verbraucht. Der Welternährungsorganisation (FAO) zu Folge hat sich der Anteil der Landwirtschaft am gesamten Wasserverbrauch innerhalb der letzten 50 Jahre verdreifacht. Zukünftig wird damit gerechnet, dass er nochmals um ca. 20 Prozent  steigen wird. Die intensive Bewässerung von Feldern führt besonders in trockenen Gebieten zu Umweltproblemen, da dies oft auf Kosten anderer Ökosysteme geschieht, die  dadurch zu degradieren bzw. auszutrocknen drohen.

Neben dem quantitativen Wassermangel stellt die Verschmutzung und Vergiftung von Gewässern ein folgenschweres Problem dar. Durch die Abwässer von Industrie und Privathaushalten sowie durch übermäßige Düngung in der Landwirtschaft gelangen u. a. Schwermetalle, Pestizide und Nitrate ins Wasser. Während sich in den früh-industrialisierten Ländern die Gewässer langsam wieder erholen konnten, nimmt die Verschmutzung heute, insbesondere in dicht besiedelten Regionen in Schwellenländern, stetig zu.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gab es im Jahr 2012 weltweit 748 Mio. Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, von denen 90 Prozent in Subsahara-Afrika und Asien lebten. Die Folgen von verschmutztem Trinkwasser sind u. a. Durchfallerkrankungen, an denen schätzungsweise jedes Jahr rund 500.000 Menschen sterben.

Globale Trends des Landnutzungswandels

Zu den zentralen Umweltbeobachtungen der letzten Jahrzehnte gehört eine Ausdehnung von Landwirtschafts- und Siedlungsflächen auf Kosten natürlicher Landbedeckungen. Dieser sogenannte Landnutzungswandel kann als direkte Folge der rasant wachsenden Weltbevölkerung gesehen werden. Zwar äußert er sich  regional sehr unterschiedlich, trotzdem lassen sich einige allgemeine globale Trends festhalten wie die bereits erwähnte Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen, die starke Zunahme von Weideflächen sowie der Rückgang von Wäldern und Feuchtgebieten.

Die Zerstörung von Waldflächen geht bis in die Antike zurück, dient Holz doch von jeher als Bau- und Brennmaterial. Nach Zahlen der FAO hat sich die globale Waldfläche allerdings allein in den letzten 25 Jahren um 129 Mio. Hektar verringert, was einer ca. 3,5-fachen Fläche Deutschlands entspricht. Zwar haben Maßnahmen wie Aufforstung und nachhaltiges Waldmanagement dazu geführt, dass in vielen Staaten der Erde zwar die Entwaldung zurückgeht bzw. die Fläche wieder wächst, dennoch führen global gesehen die umfangreichen Rodungen in den Tropen, in Kanada oder Argentinien zu einer negativen Bilanz.

Die Abholzung der tropischen Regenwälder ist dabei in vielerlei Hinsicht folgenschwer: Zum einen weisen die Tropenwälder die weitaus größte Artenvielfalt der Erde auf, so dass die Zerstörung und zunehmende Zerschneidung von Habitaten zum unumkehrbaren Verlust vieler Arten führt. Zum anderen spielt der Regenwald global gesehen als bedeutsamste CO2-Senke an der Erdoberfläche eine wichtige Rolle für die Klimaregulierung. In Staaten wie Brasilien, Malaysia und Indonesien verursacht die Rodung der Regenwälder einen steigenden Anteil der CO2-Emissionen an den  Gesamt-Emissionen, was sich nicht nur lokal sondern auch global auswirkt. 

Längst bewirken nicht nur die Holzwirtschaft oder der traditionelle Wanderfeldbau die Entwaldung. In der global verzweigten Weltwirtschaft ist die Ressource Land zum begehrten Objekt der Finanzindustrie geworden, da sich mit dem Anbau von Agrarrohstoffen wie Getreide, Ölpalmen, Soja oder Baumwolle viel Geld verdienen lässt. Dies führte in jüngerer Zeit dazu, dass sowohl staatliche Akteure als auch Konzerne aus den USA, Westeuropa, Saudi-Arabien aber auch China und Japan große Mengen Land in vorwiegend weniger entwickelten Ländern pachten bzw. erwerben. Diese profitorientierte Landnahme (Land Grabbing) trifft laut Schätzungen der Weltbank auf inzwischen zwischen 10 und 30 Prozent  der weltweiten Ackerflächen zu.

Doch nicht nur der steigende Hunger nach Agrarrohstoffen zerstört die Waldgebiete. So stieg in letzter Zeit die Produktion von Eisenerz, Kobalt, Kohle und Aluminium stark an und  allein in China wuchs der Bergbausektor von 2005 bis 2010 um ein Drittel. Große Minen entstehen oft in sensiblen, bislang unangetasteten Regionen, etwa die brasilianische Bauxitmine am Rio Trombetas, die jährlich 300 Hektar Regenwald zerstört. Solche Minenaktivitäten können weitere gravierende soziale und ökologische Folgen haben, beispielsweise Vertreibung der lokalen Bevölkerung oder die Kontamination von Grundwasser.

Bedrohte Böden

Fruchtbare Böden dienen der Menschheit seit Jahrtausenden als Nahrungsquelle - weltweit sind über 90 Prozent  der Nahrungsmittelproduktion direkt davon abhängig. Mit steigender Weltbevölkerung sinkt die verfügbare Agrarfläche pro Kopf, während gleichzeitig weltweit durch nicht nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung, Schadstoffkontaminierung und Versiegelung pro Jahr mehrere Millionen Hektar an fruchtbaren Böden verlorengehen. Sie sind eine kostbare und nicht schnell erneuerbare Ressource. So dauert es rund 500 Jahre, bis sich nur zwei Zentimeter Erdkrume neu gebildet haben.

Aber nicht nur für die Nahrungsmittelproduktion, sondern auch als Filter von Regenwasser und folglich auch für die Trinkwasserversorgung spielen Böden eine wichtige Rolle. Zudem senken sie das Treibhausgas Kohlenstoff bei: Gesunde Böden können mehr CO2 als die Erdvegetation und die Atmosphäre zusammen speichern und leisten somit vor dem Hintergrund der globalen Erderwärmung einen wichtigen Beitrag zur Regulierung des Klimas. Kontraproduktiv wirkt sich dagegen die moderne Landwirtschaft aus, da Ackerböden in der Regel weniger organische Substanzen enthalten und folglich weniger Kohlenstoff speichern können. Auch das Pflügen und Ernten von Feldfrüchten im industriellen Maßstab setzt gespeichertes CO2 frei. Andere klimaschädliche Treibhausgase, die bei der industriellen landwirtschaftlichen Bodennutzung anfallen, sind Methan, das 25-fach stärker als CO2 wirkt und insbesondere beim Reisanbau und in der Viehhaltung entsteht, sowie N2O (Distickstoffmonoxid), das beim Einsatz von Stickstoffdünger frei wird.

Quellen und weiterführende Informationen

Bodenatlas (2015): Daten und Fakten über Acker, Land und Erde. (Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, Institute for Advanced Sustainability Studies, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und Le Monde diplomatique)
https://www.boell.de/de/2015/01/05/bodenatlas-daten-und-fakten-ueber-acker-land-und-erde

Interaktives Echtzeit-Waldmonitoring des World Resource Institute (auf Englisch):
http://www.globalforestwatch.org

Factsheet zum Global Forest Resources Asssesment 2015 der FAO (auf Englisch):
http://www.fao.org/resources/infographics/infographics-details/en/c/325836/

Weltagrarbericht:
http://www.weltagrarbericht.de

Rüdiger Glaser (2014): Global Change, Darmstadt.

Wasser – Land – Boden

In Konflikten, bei denen es um die Nutzung natürlicher Ressourcen geht, spielen Wasser, Boden und Land oft eine wichtige Rolle. Gerade sie sind für die Umweltsicherheit entscheidend.

Aus dem Weltraum betrachtet erscheint die Erde als blauer Planet - nahezu 71 Prozent  ihrer Oberfläche ist von Ozeanen bedeckt und es scheint ausreichend Wasser für alle Menschen vorhanden zu sein. Allerdings bestehen die verfügbaren Wasserressourcen nur zu lediglich 2,5 bis 3,5 Prozent aus Süßwasser, von dem wiederum rund zwei Drittel in Gletschern und Eiskappen sowie rund ein Drittel als Grundwasser gespeichert werden. Es sind also lediglich 0,3 Prozent des globalen Süßwassers in Oberflächengewässern wie Flüssen und Seen zugänglich.

Zu den zentralen Umweltbeobachtungen der letzten Jahrzehnte gehört eine Ausdehnung von Landwirtschafts- und Siedlungsflächen auf Kosten natürlicher Landbedeckungen. Dieser sogenannte Landnutzungswandel kann als direkte Folge der rasant wachsenden Weltbevölkerung und der globalen ökonomischen Entwicklung gesehen werden.

Fruchtbare Böden lieferten der Menschheit seit Jahrtausenden Nahrung. Noch heute sind weltweit über 90 Prozent  der Nahrungsmittelproduktion direkt von Böden abhängig. Mit steigender Weltbevölkerung sinkt jedoch die verfügbare Agrarfläche pro Kopf, während gleichzeitig jedes Jahr weltweit nicht nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung, Schadstoffkontaminierung und Versiegelung den Verlust von mehreren Millionen Hektar an fruchtbaren Böden verursachen.

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