A U.S. Army tank drives through smoke from another tank, which was disabled during a four-hour running gun battle with insurgents in Mosul, Iraq Saturday Feb. 12, 2005
Themenmodul

Umweltsicherheit

Klimawandel


BICC 12/2015

Mit dem Klimawandel wird das Phänomen der globalen Erwärmung der Lufttemperatur, der Erdoberfläche und der Meere aufgrund menschlicher (anthropogener) Einflüsse beschrieben.

Veränderungen des Klimas hat es in der Erdgeschichte immer wieder gegeben, allerdings entwickelten sie sich früher über Jahrtausende hinweg auf natürliche Weise. Der aktuelle, dramatische Klimawandel vollzieht sich im Unterschied dazu wesentlich schneller und  ist vom Menschen verursacht. So stieg die globale Durchschnittstemperatur von 1880 bis 2012 um 0,85 Grad Celsius. Wenn die Weltgemeinschaft keine entschiedene Kehrtwende in Bezug auf den Ausstoß von Treibhausgasen bewerkstelligt, ist bis 2100 mit einem Anstieg der Temperaturen um bis zu 6,5°C zu rechnen. Doch selbst ein Temperaturanstieg um zwei Grad Celsius hätte gravierende Auswirkungen und könnte zu häufigeren: Dürren, Überflutungen und Wirbelstürmen führen

Verursacht wird der Klimawandel durch den Ausstoß von Treibhausgasen, die den Treibhauseffekt verstärken. Der Treibhauseffekt vollzieht sich wie folgt: Sonnenstrahlen treffen auf die Erde und werden von der Erdoberfläche reflektiert. Während der Großteil der Wärme ins Weltall abgestrahlt wird, halten in der Erdatmosphäre existierenden Gase wie Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan einen anderen Teil zurück, indem ihre Moleküle die Wärme absorbieren und erneut in alle Richtungen abgeben. Dieser natürliche Vorgang führt zur Erwärmung der Erdoberfläche und unteren Schichten der Atmosphäre. Ohne ihn wäre die Erde unbewohnbar, denn  ihre durchschnittliche Temperatur läge nicht bei  Plus15 Grad Celsius, sondern bei Minus 18 Grad Celsius.

Seit der industriellen Revolution im späten 19. Jahrhundert haben sich die Treibhausgase in der Atmosphäre derart vermehrt, dass immer mehr Wärme zurückgehalten wird, anstatt ins Weltall zu entweichen. So verstärkte sich vom Menschen verursacht der natürliche Treibhauseffekt. Dieser menschengemachte Klimawandel wird auch anthropogener Klimawandel genannt. Zu den besonders schädlichen Treibhausgasen zählt das Kyoto-Protokoll der UN-Konferenz über Klimaänderungen von 1997 Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) sowie fluorierte Treibhausgase (F-Gase), wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6). Ab 2015 wird auch Stickstofftrifluorid (NF3) einbezogen.

CO2 entsteht in großen Mengen durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas und hat den größten Anteil am zusätzlichen Treibhauseffekt. Eiskernbohrungen belegen, welche CO2 -Konzentration die Luft im Laufe der letzten 600.000 Jahre hatte, und dass sie heutzutage erheblich höher ist als jemals zuvor. Methan entsteht durch organische Verfallsprozesse. Neben natürlichen Quellen wie Moore und Permafrostböden ist insbesondere die Massentierhaltung der größte Emittent von Methan. Aber auch nicht nachhaltige Land- und Forstwirtschaft kann zur Quelle des Methanausstoßes werden.

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt

Durch den Klimawandel werden eine Eisschmelze, ein Anstieg des Meeresspiegels sowie eine Zunahme von Stürmen und anderer extremer Wetterphänomene erwartet.

Besonders schnell erwärmt sich die Arktis, wo Luft- und Wassertemperatur deutlich rascher steigen als im globalen Durchschnitt. 40 Prozent des arktischen Meereises sind bereits geschmolzen und es wird befürchtet, dass das arktische Meer schon 2050 im Sommer eisfrei sein könnte. Auch in der Antarktis steigen die Temperaturen überdurchschnittlich stark, insbesondere in der Westantarktis. Der Antarktische Eisschild speichert ca. 60 Prozent des gesamten Süßwassers der Erde. Sein vollständiges Abschmelzen würde zu einem Anstieg des Meeresspiegels um über 50 Meter führen.  Berechungen haben ergeben, dass zwischen 2002 und 2011 pro Jahr rund fünfmal so viel Eis auf der antarktischen Landmasse verloren ging wie im Jahrzehnt zuvor.

Die Eisschmelze an den Polen trägt auch zur Veränderung von Meeresströmungen, etwa des Golf- oder Humboldtstroms.

Doch nicht nur dort, sondern auch in den Gebirgsketten der Welt schmilzt das Eis: zwischen 1993 und 2009 ging die globale Eismasse der Gletscher um 275 Milliarden Tonnen zurück. Auch wenn nicht jeder Gletscher-Rückgang durch den Klimawandel verursacht wird, sehen Forscher auch hier einen deutlichen Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung.  Sie könnte zudem die Permafrostböden (dauerhaft gefrorene Böden) der Nordkontinente (insbesondere Nordkanada, Alaska, Grönland, Ostsibirien) zum Tauen bringen. Dies würde große Mengen des dort gespeicherten Kohlenstoffs und Methans freisetzen  und den Treibhauseffekts weiter verstärken.

Nach aktuellen Schätzungen steigt der Meeresspiegel um 3 Millimeter pro Jahr. Dies istetwa die doppelte Menge im Vergleich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Neben dem Schmelzwasser der Gletscher und Pole sind hierfür die Erwärmung der Ozeane und ihre daraus folgende Ausdehnung verantwortlich. Selbst wenn es gelänge, den Temperaturanstieg gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung global auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, geht die Forschungsorganisation Climate Central davon aus, dass 130 Millionen Menschen in Küstenregionen unter dem in diesem Fall um 4,5 Meter gestiegenen Meeresspiegel leiden müssten. Ein Meeresspiegelanstieg bei 4 Grad Celsius betrüge 7,4 Meter und würde weltweit zwischen 470 und 760 Millionen Menschen gefährden. Am stärksten von diesen Entwicklungen betroffen wäre China. Doch auch in Deutschland würden 1,3 Millionen Menschen die Folgen des steigenden Pegels zu spüren bekommen.

Die Erderwärmung führt zudem zu stärkeren Temperatur- und Niederschlagsschwankungen und damit verbundenen Wetterextremen. So haben einerseits Niederschläge und Starkniederschläge, andererseits aber auch Austrocknung und Dürren zugenommen. Auch Hitzewellen werden häufiger: Seit Beginn der industriellen Revolution hat sich ihre Zahl vervierfacht, bei einem Temperaturanstieg um 4 Grad Celsius läge sie sogar beim 62-fachen.

Extreme Wetterlagen führen zu Ernteausfällen. Dies wird gerade in Weltregionen erwartet, die ohnehin schon von Hunger betroffen sind. Auch auf die Entwicklung der weltweiten Armut werden negative Auswirkungen erwartet: Die Weltbank schätzt, dass zusätzlich zu den bereits in extremer Armut lebenden Menschen durch die Folgen der Erderwärmung bis zum Jahr 2030 weitere 100 Millionen hinzukommen werden.

Politische Reaktionen auf den Klimawandel

Bereits 1988 wurde der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen – IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) gegründet. Dieser sogenannte Weltklimarat ist ein wissenschaftliches Gremium, das den aktuellen Forschungsstand auswertet und in eigenen Berichten darstellt. Die erste UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung fand 1992 in Rio de Janeiro statt (Erdgipfel). Ein weiterer Meilenstein war die Verabschiedung des Kyoto-Protokolls auf der dritten Weltklimakonferenz 1997. Ziel der COP 21 (21. Klimakonferenz) Ende 2015 in Paris war es, ein neues Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle 196 Vertragsparteien der UN-Klimarahmenkonvention zu vereinbaren.

Im Detail ging es darum, die globale Temperaturerhöhung langfristig auf maximal 2 Grad Celsius  gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Um dies zu erreichen, müssen die globalen Emissionen der Treibhausgase bis 2050 drastisch auf unter die Hälfte des Niveaus von 1990 gesenkt werden. Um diesen Prozess fair zu gestalten, müssten laut Umweltbundesamt die Industrieländer den Löwenanteil übernehmen und ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 (im Vergleich zu 1990) um 80 Prozent reduzieren.  

Die Herausforderungen durch den Klimawandel sind also zweifach: die Ausmaße des Klimawandels durch Klimaschutz begrenzen und die bereits unvermeidbaren Auswirkungen durch Anpassung bewältigen. Die hierfür notwendigen Maßnahmen sind allerdings teuer: Die Weltbank hat errechnet, dass selbst bei einer Eindämmung der Erwärmung auf zwei Grad Celsius pro Jahr 70 bis 100 Milliarden Euro zur Bekämpfung ihrer bereits entstandenen Folgen benötigt werden.

Quellen und weiterführende Informationen

Website des International Panel on Climate Change(IPCC); IPPC Berichte (englischsprachig) können dort heruntergeladen werden:
www.ipcc.ch

Juergen Päger. Ökosystem Erde:
http://www.oekosystem-erde.de/html/klimawandel-02.html

Klima-Risiko-Index:
http://germanwatch.org/de/kri

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), Sondergutachten:
(WBGU, 2003)

Umweltbundesamt:
http://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel

Datentabellen

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